Schöbel, Johann Paul (1823-1870), Architekt

Schöbel Johann Paul, Architekt. Geb. Tschernhausen, Böhmen (Černousy, Tschechien), 26. 6. 1823; gest. Graz (Stmk.), 20. 12. 1870. S. stud. nach einem Semester Phil. 1840–45 am Polytechn. Inst. in Prag u. a. bei Ch. Doppler (s. d.) und Karl Wiesenfeld. In der Folge übersiedelte er nach Wien, wo er 1845–48 an der Akad. der bildenden Künste bei Sicard v. Sicardsburg Architektur stud. Danach trat er 1848 in den Stadtbaudienst ein und kam 1849 zur Landesbaudion. Laibach, wo er 1850 zum Baueleven ernannt wurde. Als Ing.-Ass. legte er wenige Monate später den Diensteid ab und wirkte ab 1855 bis zu seinem Tod bei der Baudion. in Graz, wo er die Stelle des Burghausinsp. als Nachfolger von Josef v. Schluetenberg übernahm. Um 1858/59 stieg er zum Ing. II. Kl. auf. S., der für den Neubau der Univ. in Graz vorgesehen gewesen war, entwarf einige Privathäuser in Graz, Kirchenbauten in Krain usw. und fand bes. Anerkennung durch seinen Entwurf für das Zellengefängnis in der Karlau (heute Graz), das erste derartige Gebäude in Österr. (die Umwandlung des Strafhauses in ein Zellengefängnis und der Anbau eines Dreiflügelbaus an den Westtrakt erfolgten 1869–72); dafür erhielt er das Goldene Verdienstkreuz mit der Krone.

W.: Palais Auersperg, 1864, Inst. für Anatomie und Physiol. (Univ. Graz), 1870–72, beide Graz; usw.
L.: Tagespost (Graz), 24. 1. 1871 (Abendausg.); Wastler (s. Schöbl J. P.); Die Kunstdenkmäler der Stadt Graz. Die Profanbauten des IV. und V. Bez. (Lend und Gries), bearb. von A. Sztatecsny, E. Schmölzer und I. Dorn (= Österr. Kunsttopographie 46), (1984), S. 249 (fälschl. Schobl); Stmk. LA, Graz; České vysoké učení Technické v Praze, Archiv (Archiv der Tschech. Techn. Hochschule Prag), Praha, Tschechien.
(M. Fritz-Schafschetzy)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 11 (Lfg. 51, 1995), S. 5
<=  S. 1 =>
<=  S. 1 =>