Schönach, Alois (1811-1899), Orgelbauer

Schönach Alois, Orgelbauer. Geb. Flirsch (Tirol), 12. 7. 1811; gest. Meran, Tirol (Merano/Meran, Italien), 30. 10. 1899. Bauernsohn. Erlernte das Tischlerhandwerk und arbeitete dann nach eigenen Angaben als Orgelbauer- und Instrumentenmachergeselle u. a. in Linz, Wels, Troppau (Opava) – wahrscheinl. bei Karl Kuttler –, Gran (Esztergom), Pest (Budapest), ein Jahr in Graz, dann in Cilli (Celje), zwei Jahre in Wien, schließl. in Innsbruck. 1842 gründete S. eine Werkstatt in Meran, 1858 verlegte er Wohn- und Betriebssitz nach Rankweil (Vbg.), bis er 1877 nach Meran zurückkehrte. 1887 wurde er als Pflegling in das städt. Versorgungshaus aufgenommen, arbeitete jedoch in seinem Beruf weiter. Von S. sind neben zahlreichen kleineren Arbeiten ca. 30 Orgelneubauten bekannt, worunter jene von St. Valentin an der Haid (San Valentino alla Muta), 1846, Schlins (Vbg.), 1858, und Hittisau (Vbg.), 1868, heute am besten erhalten sind. Stilist. zeitlebens der klassizist. gefärbten Barocktradition des österr. Orgelbaus (Disposition, Gehäuse) verpflichtet, integrierte S. Elemente des schles. Orgelbaus (diverse Register) und übernahm schließl. behutsam romant. Einflüsse unter Beibehaltung des Schleifladenprinzips. S.s Wirken in Vbg. und Tirol wurde von seinem Schüler Anton Behmann (geb. Schwarzenberg, Vbg., 2. 8. 1850; gest. Schwarzach, Vbg., 4. 1. 1932) fortgesetzt. Dieser war Lehrmeister von Metzler (s. d.), der, Begründer der noch bestehenden Schweizer Fa., die Entwicklung des Orgelbaus in der Schweiz maßgebl. bestimmte.

L.: Bothe für Tirol und Vbg., 1. 3. 1861; Wurzbach (s. u. Schönach); E. Oberstaller, Orgeln und Orgelbau in Österr. (= Wr. musikwiss. Beitrr. 1), 1955, s. Reg.; R. Zaggl, in: Singende Kirche 9, 1961/62, S. 81; G. Klaus, in: Acta organicologica 8 (= 47. Veröff. der Ges. der Orgelfreunde), (1974), S. 62; H. Nadler, in: Singende Kirche, H. 25/3, 1977/78, S. 202f.; A. Reichling, in: Acta organicologica 12 (= 68. Veröff. der Ges. der Orgelfreunde), (1978), S. 20ff.; H. Nadler, in: Montfort 30, 1978, S. 239ff.; A. Reichling, Orgellandschaft Südtirol (= 90. Veröff. der Ges. der Orgelfreunde), (1982), s. Reg.; H. Nadler, Orgelbau in Vbg. und Liechtenstein 4, 1986.
(P. Sonderegger)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 11 (Lfg. 51, 1995), S. 40
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