Schönauer, Franz (1913-1942), Beamter und Funktionär

Schönauer Franz, Beamter und Funktionär. Geb. Jagerberg (Stmk.), 25. 1. 1913; gest. bei Nikolskoje (Rußland), 1. 7. 1942 (gefallen). Sohn eines Bahnbeamten. S. absolv. seine Gymn.Ausbildung zuerst in Gmunden, danach in Wels, wo er 1933 die Matura ablegte. Seit 1926 war er Angehöriger des Reichsbunds der kath. dt. Jugend, der größten kath. Jugendorganisation Österr., und wurde 1934 zum Diözesanführer von Linz berufen. 1936 mußte er nach der Absetzung Hans Melcharts überraschend das Amt des Bundesführers des Reichsbunds übernehmen. Berufl. war er zunächst ein Jahr bei der Phönix-Versicherung in Wels beschäftigt, ehe er 1934 in den Dienst des Linzer Magistrats eintrat. Vorerst im Wohnungsfürsorgeamt tätig, war er ab 1935 im Präsidialbüro mit Medienarbeit betraut und arbeitete ab 1938 im Büro der Magistratsdion. Bald nach dem „Anschluß“ 1938 wurde S. aus polit. Gründen zunächst außer Dienst gestellt, im Oktober formell aus dem öff. Dienst entlassen. Danach nahm er für kurze Zeit bei den Welser Strebelwerken eine Stelle im kaufmänn. Bereich an, ehe er – trotz starker Sehbehinderung – im Mai 1939 zur Wehrmacht eingezogen wurde.

L.: Linzer Volksbl., 7. 10. 1937; G. Schultes, Der Reichsbund der kath. dt. Jugend Österr. (= Veröff. des kirchenhist. Inst. der kath.-theolog. Fak. der Univ. Wien 4), 1967, s. Reg. (mit Bild); Archiv der Stadt Linz, OÖ.
(H. Löffler)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 11 (Lfg. 51, 1995), S. 44
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