Schönowsky von Schönwies, Maximilian; Ps. Max von Schönwies (1867-1925), Offizier und Schriftsteller

Schönowsky von Schönwies Maximilian, Ps. Max von Schönwies, Offizier und Schriftsteller. Geb. Teschen, österr. Schlesien (Cieszyn, Polen), 9. 6. 1867; gest. Oberschützen (Bgld.), 5. 5. 1925. Sohn des Vorigen. Besuchte 1877–81 die Militärunterrealschule in Güns (Kőszeg), 1881/82 die Marineakad. in Fiume (Rijeka) und 1884–86 die Pionierkadettenschule in Hainburg, trat jedoch wegen negativer Erfolge 1886 in die Inf.Kadettenschule Prag über, im folgenden Jahr in den Dienst des IR 55 und wurde 1893 zum Lt. befördert, 1896 Oblt., 1906 Hptm. 2., 1909 1. Kl., 1915 Mjr., 1917 Obstlt. und trat 1920 als Tit.Obst. i. R. Leichtsinn und Unüberlegtheit hemmten anfangs seine Karriere. 1897–99 (Zivil)Adjunkt bei der Strafanstalt Garsten (OÖ), bereitete er sich privat auf die Schlußprüfung der Kriegsschule in Wien vor, wurde aber nicht zugelassen. 1900 legte er dann jene des Subalternoff. Kurses für die Landwehr ab und kam zum LandwehrIR 19. Außer im Truppendienst fand er in der Folge als Lehrer für dt. Sprache, Schieß- und Waffenwesen an Militärerziehungs- und Bildungsanstalten Verwendung. Seit 1909 beim LandwehrIR 1, wurde er 1911 als Konzeptsoff. in das Min. für Landesverteidigung transferiert, kehrte bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs wieder zur Truppe zurück und stand vom November 1914 an im Felddienst, unterbrochen nur durch eine ca. drei Monate währende Tätigkeit im Kriegspressequartier 1915 in Wien. Zunächst kämpfte er an der Ostfront, so am San, bei Krakau (Kraków), in der Schlacht bei Gorlice, bei der Wiedergewinnung Lembergs (L’viv) usw., geriet allerdings mit dem von ihm kommandierten Schützenrgt. 1 nach dem russ. Durchbruch bei Ołyka-Luck im Juni 1916 ins Kreuzfeuer der Kritik. Im Verlauf des von ihm selbst angestrengten gerichtl. Verfahrens vermochte er sich zu rechtfertigen. Im folgenden Jahr mit seiner Einheit an die italien. Front verlegt, operierte er an der Piavefront, erhielt aber im Frühjahr 1918 den Auftrag zur Erstellung der Geschichte seines Rgt. und damit Freistellung vom Frontdienst. S. war von Jugend auf an Literatur interessiert, ab den 90er Jahren mit militärwiss. Untersuchungen befaßt und galt als angesehener Fachschriftsteller. Infolge des Zusammenbruchs der Österr.-ung. Monarchie vollendete er zwar die Gesamtdarstellung der Geschichte seines Rgt. nicht mehr, mit seiner Arbeit über Luck, bei der er Lebendigkeit des Augenzeugen mit krit. Einstellung und Gründlichkeit des Fachmannes verbindet, schildert er aber eine bedeutende Phase daraus und charakterisiert das Wesen der altösterr. Armee. Nebenbei schrieb er Ged. und Schauspiele. Für zwei seiner Dramen erhielt er den nö. Landespreis und einige wurden an Wr. Theatern aufgef. Im Drama „Krieg“ setzte er sich mit der Berechtigung zur Kriegführung auseinander. Sein Talent zeigte er auch in Novellen und Romanen. In seiner Frühzeit von eher leichterer Lebensauffassung, bewährte er sich später als vorzügl. Truppenoff. und schuf einige nützl. Behelfe für die Armee.

W.: Schule des Patrouillendienstes (= Braumüllers militär. Taschenbücher 2), 1895; Die Ausbildung der Komp. im Patrouillendienst (= ebenda, 5), 1897; Irreguläre Kriege, in: Streffleur, 1901, Bd. 4, 1902, Bd. 1; Aufgabenbeispiele aus dem Patrouillendienst (= Braumüllers militär. Taschenbücher 18), 1905; Die rote Hgn. In dieser Stunde, 4. Aufl. (1908) (Erz.); Militär. Knabenspiele, 1910 (Zeichnungen von F. Schönpflug); Von Krieg und Kriegsvolk, 1913 (Illustrationen von K. A. Wilke); Luck. Der russ. Durchbruch im Juni 1916, gem. mit A. Angenetter, 1919; Romane in Ztg.; usw. Dramen: Krieg (aufgef. 1905); Die Stärkere (= Universalbibl. 5385), 1912; Die Ehre der Frau, 1914, in Romanform (= Philipps Bücherei 15), 1917; Trude Lehmann, aufgef. 1919; usw.
L.: NWT und RP, 13. 5. 1925; Giebisch–Gugitz; Kosch; Svoboda 2, S. 1845; H. Bleyer-Härtl, in: Österr. Wehrztg., 22. 5. 1925; KA Wien.
(E. Wohlgemuth)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 11 (Lfg. 51, 1995), S. 92f.
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