Schöpfer, Mathäus (Matthias) Michael (1739-1821), Apotheker und Pharmazeut

Schöpfer Mathäus (Matthias) Michael, Apotheker und Pharmazeut. Geb. Landshut, Bayern (Deutschland), 21. 9. 1739; gest. Innsbruck (Tirol), 4. 1. 1821. Vater des Franz Xav. S. (s. d.). War ab ca. 1752 als Lehrling in der Innsbrucker Hofapotheke, anschließend als Gehilfe in Straubing, Passau, Linz und an der Militärapotheke in Esseg/Eszég (Osijek) tätig, worauf er nach Innsbruck zurückkehrte. Neben seiner Arbeit an der Hofapotheke hörte er Vorlesungen an der Univ., legte 1771 – wohl als erster nach dem 1770 erlassenen Generalsanitätsnormativ – die für Apotheker vorgesehenen Prüfungen sowie den vorgeschriebenen Eid an der med. Fak. ab und erwarb noch im selben Jahr die Hofapotheke. Nach der 1782 erfolgten Aufhebung der Univ. gehörte er zu den Prüfern angehender Apotheker und erhielt nach Wiedererrichtung der Univ. 1792 – im selben Jahr zum Dr. med. prom. – den Lehrstuhl für Chemie, Botanik und spezielle Naturgeschichte an der med. Fak. In der Folge stellte S. das Laboratorium der Hofapotheke sowie seinen eigenen botan. Garten für Unterrichtszwecke zur Verfügung, bis die Univ. 1799 den von der Theresian. Ritterakad. benutzten ehemaligen Garten der Jesuiten erwerben konnte, den er zu einem für Lehrzwecke geeigneten botan. Garten um- und ausgestaltete. 1805 erhielt der damals schon kränkl. S. an der Univ. seinen Sohn Franz Xav. S. als Supplent an die Seite gestellt und widmete sich dann nur mehr der Apotheke. 1782 offiziell zum Hofapotheker ernannt, trug S. wesentl. zum Aufbau einer geregelten Ausbildung der Pharmazeuten an der Univ. Innsbruck bei.

L.: R. Granichstaedten-Czerva, Beitrr. zur Familiengeschichte Tirols 1 (= Schlern-Schriften 131), 1954, S. 132f.; F. Hölbling – W. Stratowa, 300 Jahre Universitas Oenipontana, 1970, S. 46; Die Fächer Mathematik, Physik und Chemie an der Phil. Fak. zu Innsbruck bis 1945, hrsg. von F. Huter (= Veröff. der Univ. Innsbruck 66), 1971, S. 14, 17f.; F. Huter, in: Dt. Apotheker-Ztg. 117, 1977, S. 832; K. Ganzinger, in: Österr. Apotheker-Ztg. 32, 1978, S. 576f.; Dt. Apotheker-Biographie, hrsg. von W.-H. Hein und H.-D. Schwarz, 2 (= Veröff. der Internationalen Ges. für Geschichte der Pharmazie e. V., NF 46), 1978; G. Oberkofler – P. Goller, Materialien zur Geschichte der naturhist. Disziplinen in Österr. … (= Veröff. der Univ. Innsbruck 179), (1991), S. 9; UA Innsbruck; Mitt. Peter Goller, Innsbruck, Tirol.
(F. Hillbrand-Grill)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 11 (Lfg. 51, 1995), S. 109
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