Schoeppl, Hugo; Ps. S. Hugo, Thonhofer (1867-1928), Schriftsteller, Rezitator und Beamter

Schoeppl Hugo, Ps. S. Hugo, Thonhofer, Schriftsteller, Rezitator und Beamter. Geb. Wels (OÖ), 26. 6. 1867; gest. Wien, 17. 12. 1928. Sohn des Lehrers Johann S. (1821–1890); bis 1919 röm.-kath., später evang. AB. Stud. nach Besuch des Stiftsgymn. in Kremsmünster (1879–87) an der Univ. Wien Jus (1887–88), beschäftigte sich mit Phil. und Kunstgeschichte und war Schüler Emil Bürdes (angebl. auch Anton Bruckners) am Konservatorium der Ges. der Musikfreunde; seinen Lebensunterhalt verdiente er in dieser Zeit als Erzieher. Ab 1891 wirkte S. als Rezitator, v. a. von Texten Shakespeares und Lessings, und erteilte daneben ab 1892 Deklamations- und Schauspielunterricht, trat jedoch 1895 aus Gesundheitsgründen als Rechnungspraktikant in den Staatsdienst, wo er es bis zum Rechnungsdir. im Finanzmin. brachte. Bereits 1887 Mitarbeiter des „Welser Wochenblatts“, war S. auch literar. tätig, u. a. mit Dramen, die tw. auf der nord. Mythol. basieren, aber auch mit Lyrik und Prosa, die v. a. in Ztg. und Z., wie 1903–04 in den von ihm gegründeten „Horen“, veröff. wurden. Auch seine Beschäftigung mit okkulten Themen und mit der Person und den Schriften des Theosophen Emanuel Swedenborg fand publizist. Niederschlag und führte zur Gründung der Carl-du-Prel-Gmd. S.s eigentl. und bis heute gültige Leistung liegt jedoch in der Begründung der Adalbert Stifter-Ges., Wien, 1918. Er wurde nicht nur deren erster Vorsitzender-Stellv., sondern war auch bemüht, das Werk Stifters durch Vortragsabende im Rahmen der Ges. weiten Kreisen bekannt zu machen. Auch S.s Töchter, Grete S., Ps. Marga Tarnugo (geb. Wien, 27. 11. 1896; gest. ebenda, 16. 8. 1971), und Maria (Mizzi) S., Ps. Oswald Strehlen (geb. Wien, 14. 7. 1895; gest. ebenda, 14. 3. 1954), traten neben ihrem Beruf als Beamtinnen schriftsteller. hervor, Grete S. insbes. auch als Verfasserin sog. Sonntagsromane.

W.: Thôrr, 1890; Mozart (= Bibl. der Gesamt-Litteratur 1712), (1903) (mit biograph. Vorwort); Leitfaden der Geheimwiss., (1910); Der Geisterseher E. Swedenborg, 1928; Beitrr. in Z. und Ztg.; usw.
L.: N. Fr. Pr., 21. 12. 1928; Neue Illustrierte Wochenschau, 21. 12. 1958 und 1. 2. 1959; Brümmer; Giebisch–Gugitz, Kosch (beide auch für Grete und Mizzi S.); Kosch, Theaterlex.; Kosel; Krackowizer; Wer ist’s?, hrsg. von H. A. L. Degener, 8–9, 1922–28 (auch für Grete und Mizzi S.); J. Bindtner, Dem Gedächtnis unseres Gründers H. S. Gedenkrede … 16. 2. 1929 …, o. J. (mit Bild); F. Fink, in: Adalbert Stifter-Inst. des Landes OÖ. Vjs. 3, 1954, S. 114ff. (mit Bild); A. Schnitzler, Tagebuch 1893–1902 (1903–08, 1917–19), 1989 (1991, 1985), s. Reg.; WStLA, Wien; Stadtarchiv Wels, OÖ; Mitt. Hans Schöppl, Wien.
(V. Hanus)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 11 (Lfg. 51, 1995), S. 112
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