Schopper, Klemens Isidor (1878-1923), Mediziner

Schopper Klemens Isidor, Mediziner.Geb. Linz (OÖ), 11. 11. 1878; gest. ebenda, 22. 2. 1923. Kaufmannssohn. Stud. nach Absolv. des Staatsgymn. in Linz ab 1897 Med. an der Univ. Wien und wurde 1904 zum Dr. med. prom. Anschließend diente er, schon 1899 als Einjährig-Freiwilliger beim Tiroler Kaiserjägerrgt. 4 gewesen, dort als Ass.Arztstellv., wurde im Herbst des Jahres Oberarzt, 1907 Rgt.Arzt 2. Kl., 1908 in die Res. überstellt und Volontär, 1910 Ass. Anton Weichselbaums am Patholog.-anatom. Inst. der Univ. Wien und habil. sich 1916 für Patholog. Anatomie. S. tat ab 1904 Dienst am Garnisonsspital Linz, ab Herbst des Jahres am Garnisonsspital 1 in Wien, nach einem Fortbildungskurs wieder in Wien und wurde 1906 zum Tiroler Kaiserjägerrgt. 2 transferiert. Während des Zweiten Balkankriegs leitete er 1912/1913 eine bakteriolog. Mission und während des Ersten Weltkriegs als Rgt.- bzw. Stabsarzt ein mobiles Epidemielabor am östl. und südöstl. Kriegsschauplatz. 1918 übernahm S. die Leitung der staatl. bakteriolog.-diagnost. Untersuchungsstelle in Linz, wo er neben seiner amtl. Tätigkeit die Obduktionen am Allg. Krankenhaus sowie den übrigen Spitälern der Stadt durchführte und eine reiche Vortragstätigkeit entwickelte. Im In- und Ausland mehrfach ausgez., u. a. 1916 mit dem Signum laudis, wurde er 1921 Reg.Rat. S. veröff. einige grundlegende wiss. Abhh. über patholog.-histolog. sowie epidemiolog. Themen und machte sich um die Fortbildung der oö. Ärzteschaft verdient, u. a. durch die von ihm angeregten Seminarabende mit Demonstrationen in einzelnen Krankenanstalten im Rahmen des Oö. Ärztever.

W.: Experimentelle Untersuchungen über einen Zusammenhang zwischen Leberschädigung und Hodenveränderung, in: Frankfurter Z. für Pathol. 8, 1911; Erfahrungen über die Cholera in Ostrumelien während des Balkankrieges 1912, in: Wr. klin. Ws. 26, 1913; Über auffällige Befunde bei experimentellen Stud. am Nebenhoden, gem. mit J. Kyrle, ebenda, 27, 1914; Cholerabekämpfung, gem. mit J. Erdheim, ebenda, 29, 1916; Zur Therapie der trop. Malaria, gem. mit K. Minarik, ebenda, 30, 1917; Patholog.-anatom. und bakteriolog. Beobachtungen über das Wesen der Grippe-Epidemie 1918, in: Aerztl. Reform-Ztg., 1919; usw.
L.: Tages-Post (Linz) und Linzer Volksbl., 24. 2. 1923; Krackowizer; R. Wiesner, in: Wr. klin. Ws. 36, 1923, S. 190; J. Kyrle, in: Inauguration Univ. Wien 1923/24, 1923, S. 27f.; Oö. Ärztechronik, hrsg. von E. Guggenberger, (1962), S. 59f., bes. 328f. (mit Bild); KA, UA, beide Wien; Archiv der Stadt Linz, OÖ.
(H. Leitner)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 11 (Lfg. 52, 1997), S. 140
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