Schrems, Johann (1824-1905), Politiker und Bauer

Schrems Johann, Politiker und Bauer.Geb. Kirchdorf a. Inn (OÖ), 16. 3. 1824; gest. ebenda, 30. 3. 1905. Sohn eines Bauern. S., der Mitgl. des kath.-polit. Kasinos von Ried (Ried i. Innkr.), ebenso wie der Ehrenwache des göttl. Herzens Jesu war, wurde erstmals 1870 als kath.-konservativer Vertreter der Landgmd. des Bez. Ried in den oö. Landtag gewählt. Polit. kath.-konservativ orientiert, befaßte er sich im Landtag u. a. mit der Frage der Errichtung der Landes-Ackerbauschule und schlug auch Maßnahmen zur Überwindung der ab 1869 einsetzenden Krise der Landwirtschaft vor. Dagegen lehnte er die Errichtung einer Landeshypothekenbank, die doch im Interesse der Bauern gelegen wäre, ab, wofür er und die anderen Abg. der Landgmd. von der Presse heftig kritisiert wurden. Bereits 1873 entsandte ihn der Landtag in den Reichsrat nach Wien, wo er sich bes. in Fragen des Staatsvoranschlags regelmäßig zu Wort meldete und in den Ausschuß, der sich mit dem Tierseuchengesetz befaßte, delegiert war. Bis 1879 im Reichsrat tätig, wurde er von diesem im Jahr darauf als Ersatzmann in die Grundsteuer-Zentralkomm. für OÖ gewählt. 1890 endete seine polit. Laufbahn, als er krankheitshalber aus dem Landtag ausscheiden mußte. Aufgrund seines couragierten Auftretens und seiner bescheidenen Lebensführung galt er als vorbildhafter Vertreter des oö. Bauernstandes.

L.: Oö. Volksztg., 31. 3. und 7. 4., Linzer Volksbl., 31. 3. und 4. 4., Rieder Wochenbl., 4. 4. 1905; Hahn, 1873; I. Karl, Kultur-, Sozial- und Wirtschaftpolitik des oö. Landtags 1871–83, phil. Diss Graz, 1972, s. Reg.; H. Slapnicka, OÖ – Die polit. Führungsschicht 1861–1918 (= Beitrr. zur Zeitgeschichte OÖ 9), 1983, bes. S. 195.
(H. Slapnicka)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 11 (Lfg. 52, 1997), S. 215
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