Schröckenfux, Franz (de) Paul (1813-1876), Sensengewerke

Schröckenfux Franz (de) Paul, Sensengewerke. Geb. Spital a. Pyhrn (OÖ), 3. 2. 1813; gest. Roßleithen (OÖ), 6. 2. 1876. Sohn von Carl Alois S. (geb. Spital a. Pyhrn, 16. 9. 1768; gest. ebenda, 22. 11. 1836), der ab 1798 Besitzer des Sensenhammers in der Au war, Vater des Vorigen und des Folgenden sowie von Carl und Michael S. (beide s. u.). S. heiratete 1837 die Witwe Rosa Pießlinger, übernahm deren Sensenwerk Roßleithen und wurde im selben Jahr in die Meisterschaft aufgenommen. 1843 ließ er den Sensenhammer umgestalten, 1870 errichtete er eine Gußstahlschmelze zum eigenen Bedarf und war unter den ersten, die Sensen aus Gußstahl erzeugten. Für seine Verdienste um Ind., Gmd. und Schule wurde er 1857 mit dem Goldenen Verdienstkreuz, für seine Teilnahme an der Wr. Weltausst. 1873, wo er nach Damaszener Verfahren ausgestattete Sensen zeigte, mit der Allerhöchsten Auszeichnung geehrt. Das Sensenwerk wurde nach seinem Tod zuerst von seinem ältesten Sohn, Carl S. (geb. Roßleithen, 11. 3. 1847; gest. Spital a. Pyhrn, 22. 11. 1898), 1884–88 Bgm. von Spital a. Pyhrn, geleitet, der es jedoch, nachdem er sich 1878 mit Theresia Koller verehel. und das dieser gehörende sog. Hierzenberger Sensenwerk übernommen hatte – einen Betrieb, den er gem. mit seiner Frau neu aufbaute und wesentl. vergrößerte – im darauffolgenden Jahr seinem jüngeren Bruder Gottlieb S. überließ. S.’ jüngster Sohn, (Johann) Michael S. (geb. Roßleithen, 21. 9. 1848; gest. Spital a. Pyhrn, 30. 10. 1894), wandte sich, entgegen der Familientradition, nach Besuch der Gymn. in Linz, Kremsmünster und Innsbruck dem Lehrberuf zu. Er stud. 1868–69 an der Univ. Wien Jus, danach an der Faculté des lettres der Genfer Akad. und zuletzt wieder an der Univ. Wien Phil., insbes. Romanistik bei Lotheissen (s. d.). Ab 1872 war er Supplent für französ. und engl. Sprache an der Oberrealschule in Steyr, ab 1877 an der griech.-oriental. Oberrealschule in Czernowitz (Černivci), wo er nach Ablegung der Lehramtsprüfung für französ. und dt. Sprache zum w. Lehrer ernannt und 1883 durch den Prof.Titel im Lehramt bestätigt wurde. Daneben war Michael S. u. a. Lektor an der Univ. Czernowitz, Mitgl. der Prüfungskomm. für Volks- und Bürgerschulen sowie Gerichtsdolmetsch.

L.: F. Schröckenfux, Geschichte der öster. Sensenwerke und deren Besitzer, hrsg. von F. John, 1975, S. 226 (auch zu Carl Alois S.), 238f. – Carl S.: Kremsthal-Bote, 27. 11. 1898; E. M. Meixner, Wirtschaftsgeschichte des Landes OÖ 2, 1952, s. Reg.; F. Schröckenfux, Geschichte der österr. Sensenwerke und deren Besitzer, hrsg. von F. John, 1975, S. 223, 227, 239; Dorf im Gebirge. Spital a. Pyhrn 1190–1990, hrsg. von H. Krawarik, 1990, passim; Windischgarsten. 550 Jahre Markt (1444–1994), hrsg. von H. Krawarik, 1994, S. 170. – (Johann) Michael S.: 31. Jahresber. der gr.-or. Ober-Realschule in Czernowitz … 1894/95, 1895, S. 75ff.; UA, Wien; Pfarrämter Spital a. Pyhrn und Windischgarsten, beide OÖ.
(E. Lebensaft)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 11 (Lfg. 53, 1998), S. 226
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