Schrutka (Šrutka), P. Mauritius Kanicensis (Franz) (1804-1880), Ordensangehöriger und Historiker

Schrutka (Šrutka) P. Mauritius Kanicensis (Franz), OFMCap, Kleriker und Historiker. Geb. Kanitz, Mähren (Dolní Kounice, Tschechien), 19. 11. 1804; gest. Olmütz, Mähren (Olomouc, Tschechien), 10. 6. 1880. Sohn eines bürgerl. Kürschners. Trat 1822 in Olmütz in den Kapuzinerorden ein, stud. dann, wahrscheinl. in Brünn (Brno), Theol. und erhielt 1827 die Priesterweihe. 1842 Guardian in Opotschno (Opočno), wirkte er 1843–45 als Beichtvater bei den Krankenschwestern der Hl. Elisabeth des III. Ordens der Franziskaner in Brünn, um 1850 als Provinzial in Prag, um 1853 als Generaldefinitor des Ordens in Rom. 1863 kam er an den Olmützer Kapuzinerkonvent zurück, dem er von 1868 bis zu seinem Tod als Guardian vorstand. S. widmete sich ab ca. 1840 der Erforschung der Ordensgeschichte und stellte zahlreiche Übersichten zusammen, so Kat. und Nekrolog der Priester und Brüder der böhm.-mähr. Ordensprovinz für die Jahre 1600–1866, einen Kat. der Päpste, Kardinäle, Protektoren, Generale, Definitoren und Prokuratoren des Ordens vom 17.–19. Jh., der Generalkapitel, Generalprokuratoren und Definitoren des Ordens 1529–1782, aller Ordensmissionäre in der ersten Hälfte des 19. Jh., einen Schematismus aller Kapuzinerprovinzen, -konvente, -hospize und -missionsstationen 1854, ferner Geschichten der Kapuzinerkonvente Prag und Opočno sowie des Hospizes Mariasorg (Mariánska). Für andere Konvente der böhm.-mähr. Provinz trug er Quellenabschriften zusammen. S., Mitbegründer des Tschech. Schulver. (Matica česká), schuf mit diesen – zwar ungedruckt gebliebenen – Arbeiten wichtige Grundlagen zur Erforschung der Geschichte seines Ordens im böhm.-mähr. Raum.

W.: Manuskripte, Zemský archiv Opava, pracoviště Olomouc (Landesarchiv Troppau, Nebenstelle Olmütz), Olomouc, Tschechien.
L.: Našinec, 11. 6. 1880; V. Rabas, Řád kapucínský a jeho působení v Čechách v 17. stol., 1938, S. 42; M. Kouřil, in: XVIII. mikulovské sympozium 1988, 1989, S. 139ff.
(F. Spurný)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 11 (Lfg. 53, 1998), S. 265
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