Schücking, Alfred (1860-1932), Militärarzt

Schücking Alfred, Militärarzt. Geb. Jassy, Moldau-Walachei (Iaşi, Rumänien), 18. 9. 1860; gest. Waltendorf (Graz, Stmk.), 18. 10. 1932. Sohn eines Privatiers. Stud. nach Absolv. des Gymn. in Czernowitz (Xernivci) ab 1878 Med. an der Univ. Wien, wurde 1884 zum Dr. med. prom. und arbeitete 1884/85 an der Nö. Landesirrenanstalt in Wien. 1885 trat er als Aspirant beim Garnisonsspital 1 in das k. u. k. Heer ein, wurde noch im selben Jahr Oberarzt, bildete sich 1885/86 sowie 1887/88 in Psychiatrie und Neurol. weiter, absolv. dazwischen 1886/87 die Inf.Equitation und wurde 1887 Rgt.Arzt 2., 1892 1. Kl., 1900 Stabsarzt, 1904 Oberstabsarzt 2., 1909 1. Kl., 1914 Gen.Stabsarzt und trat 1917 krankheitshalber i. R. S. fand bei verschiedenen Militärspitälern sowie Truppenteilen Verwendung, 1899–1904 bei der 14. Abt. des Reichskriegsmin., wo er, dem Chef des militärärztl. Off.Korps zugeteilt, auch mit Mobilisierungsagenden betraut war. 1900 fungierte er als Delegierter des Min. bei der Weltausst. in Paris, 1906 bei der Konferenz zur Revision der Genfer Konvention in Genf. 1911 zum Sanitätschef des 3. Korps ernannt, zog er mit diesem 1914 ins Feld, war bis Ende 1915 an der Ostfront eingesetzt und schließl. Sanitätschef des Militärkmdo. in Preßburg. Er befaßte sich auch theoret. mit militärmed. Problemen, veröff. einige Abhh., nahm die Neubearb. der Mobilisierungsinstruktionen mit bes. Rücksicht auf Vereinfachung und Dezentralisation der sanitären Mobilisierung vor, wirkte u. a. an der Neuausg. des Leitfadens für den fachtechn. Unterricht und das Sanitätsreglement mit und faßte die Instruktion für die sanitäre Kriegsausrüstung fester Plätze ab. I. R. stellte er seine Erfahrungen in den Dienst der Österr. Ges. vom Roten Kreuz und fungierte ab 1918 als Vizepräs. der Ver.Leitung des Landes- und Frauen-Hilfsver. vom Roten Kreuz für Stmk. Schon im Frieden mehrfach ausgez., u. a. 1906 mit dem Orden der Eisernen Krone, erhielt er 1915 das Komturkreuz des Franz-Joseph-Ordens, für seine Verdienste um das Beskidenkorps das Eiserne Kreuz 2. Kl., für sein Bemühen um die freiwillige Sanitätspflege sowie die Ges. vom Roten Kreuze das Ehrenzeichen des Roten Kreuzes 1. Kl. S., ein ausgez. Organisator, trug theoret. und prakt. wesentl. zur Entwicklung des österr. Militärsanitätswesens bei.

W.: Ueber den österr.-ung. Sanitätsdienst im Kriege, in: Archives de médécine et de pharmacie militaire, 1905; Sanitär. Bemerkenswertes aus dem russ.-japan. Krieg, in: Der Militärarzt, 1906; usw.
L.: N. Fr. Pr., 28. 10. 1932; J. Steiner, in: Wr. Med. Ws. 82, 1932, S. 1393; HHStA, KA, beide Wien; Mitt. Landesverband Stmk. der Österr. Ges. vom Roten Kreuz, Graz, Stmk.
(F. Hillbrand-Grill)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 11 (Lfg. 53, 1998), S. 288f.
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