Schuller, Albert (1877-1948), Architekt

Schuller Albert, Architekt. Geb. Kronstadt/Brassó, Siebenbürgen (Braşov, Rumänien), 25. 12. 1877; gest. ebenda, 27. 10. 1948. Sohn eines Restaurateurs, Vater von Günther S. (s. u.); evang. Nach Stud. an der Höheren Staatsgewerbeschule in Budapest besuchte er ab 1898 die Techn. Hochschule in München (1903 Dipl.Prüfung) und kehrte anschließend in seine Heimatstadt zurück, wo er sich zeitlebens zum Anwalt neuer Bauformen und städtebaul. Lösungen machte. Seine frühen Arbeiten lassen deutl. Elemente eines gemäßigten Jugendstils erkennen, der jedoch sehr bald von einem schlichten, aber wohlgegliederten Funktionalismus abgelöst wurde. In den neu entworfenen Bauten wie auch in den Sanierungsprojekten von Altstadthäusern zeigte sich S.s ungewöhnl. modernes Verständnis für denkmalpfleger. Zusammenhänge und lokale baul. Traditionen. S., der bei vielen seiner Bauten mit Oskar Goldschmidt zusammenarbeitete, machte sich bes. um die Restaurierung der Kronstädter Schwarzen Kirche, des größten got. Baus Siebenbürgens, verdient. Sein Sohn Günther S. (geb. Kronstadt, 10. 10. 1904; gest. ebenda, 14. 7. 1995) war gleichfalls mit Restaurierungen befaßt; 1983 wurde er mit dem Herder-Preis ausgez.

W.: Burzenländer Bank, 1908, Hotel Krone, 1910, Honterus-Gymn., 1913, Hotel Höhenheim, 1923/24, Werkanlage der Fa. „Nivea“, Ende der 20er Jahre (alle Braşov); usw.
L.: L. Orendt, in: Ostland, 1920, H. 7, S. 342f.; O. Richter, in: Karpatenrundschau, 1977, n. 52, S. 3; Die Siebenbürger Sachsen. Lex., hrsg. von W. Myß, (1993), (auch für Günther S.); Techn. Univ. München, Deutschland.
(M. J. Tataru)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 11 (Lfg. 53, 1998), S. 323f.
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