Schuloff, Theodor (1844-1915), Advokat

Schuloff Theodor, Advokat. Geb. Prag, Böhmen (Praha, Tschechien), 27. 12. 1844; gest. Baden (NÖ), 10. 7. 1915. Vater des Robert S. (s. d.); konfessionslos, 1888 röm.-kath. Stud. 1864–67 an der Univ. Wien Jus, 1868 Dr. jur. an der Univ. Graz. S. zeichnete sich bereits als Advokaturskandidat in der Wr. Kanzlei Albrecht Hillers aus, dem im Jahre 1873 der Konkurs der Wr. Wechslerbank zugewiesen wurde. S., damals noch Konzipient, wurde zum Masseverwalter-Stellv. bestellt und führte die wichtigen und recht umfangreichen Agenden dieses Konkurses. 1875–1915 Hof- und Gerichtsadvokat in Wien, 1888–1901 Mitgl. des Ausschusses der nö. Advokatenkammer, fungierte er auch als Prüfungskoär. bei der Advokatenprüfung, bis in seine letzte Zeit auch bei der Richteramtsprüfung sowie für die Prüfungen der Patentanwälte. Er interessierte sich auch für die Wohlfahrtseinrichtungen der Kammer, war Mitgl. des Ausschusses des Pensionsver. für Advokaten sowie der Hilfskasse. S. hatte eine hervorragende Klientel, er war u. a. Vertrauensmann des Großindustriellen Franz Frh. v. Wertheim und (in Privatangelegenheiten) des Generalsekretärs der Österr.-ung. Bank, Wilhelm v. Lucam; er vertrat auch den Großindustriellen Kremenetzky (beide s. d.). S. bekleidete zudem Funktionen in mehreren AG und war Mitgl. des Aufsichtsrates der Neuen Wr. Sparkasse. Neben dieser Tätigkeit beschäftigte er sich auch wiss. und galt als Autorität auf den Gebieten des gewerbl. Rechtsschutzes. Bei der Schaffung des heute noch gültigen Patentgesetzes von 1897 und des heute noch in Kraft stehenden Markenschutzgesetzes von 1890 wirkte er mit und trat auf diesen Gebieten auch fachschriftsteller. hervor.

W.: Zur Patent-Reform in Oesterr. 4 Artikel der Wr. Allg. Ztg. von einem Wr. Rechtsanwalt, 1881; Das neue österr. Gesetz über den Markenschutz, in: Jurist. Bll. 19, 1890; Die Ziele der Patentreform in Österr., 1892; usw.
L.: N. Fr. Pr., 12. und 14. 7. 1915; Jurist. Bll. 17, 1888, S. 66, 23, 1894, S. 101, 24, 1895, S. 54, 33, 1904, S. 149, 34, 1905, S. 171, 44, 1915, S. 345; UA Wien; UA Graz, Stmk.
(D. Ströher)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 11 (Lfg. 53, 1998), S. 336
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