Schuster, Josef (1873-1945), Maler

Schuster Josef, Maler. Geb. Heiligenstadt, NÖ (Wien), 26. 7. 1873; gest. Wien, 8. 2. 1945 (Bombenopfer). Sohn eines Eisenbahnbeamten und Malers, Bruder von Karl Maria S. (s. u.). Nach einem Jahr Privatunterricht stud. S. 1895–97 vorerst als Gast, bis 1904 (mittels zahlreicher Stipendien) an der Wr. Akad. der bildenden Künste u. a. bei Griepenkerl (s. d.) und Kazimierz Pochwalski Historienmalerei (1901 Spezialschul-Preis, 1902 Rosenbaum-Preis). Anschließend arbeitete er als freischaffender Künstler, wobei er an die Tradition und Malweise Altwr. Meister anknüpfte. 1915–18 absolv. er den Militärdienst, wurde 1933 Mitgl. der Genossenschaft der bildenden Künstler Wiens (Künstlerhaus) und schloß sich darin der konservativen „Gruppe Gsur“ an. S. spezialisierte sich in seinem Œuvre auf Stilleben, doch sind auch einige Landschaften bekannt. Sein Bruder, der Landschafts-, Porträt- und Genremaler Karl Maria S. (geb. Purkersdorf, NÖ, 13. 9. 1871; gest. Wien, 15. 6. 1953) stud. 1887–96 an der Wr. Akad. der bildenden Künste und unternahm in der Folge zahlreiche Stud.Reisen. Im Ersten Weltkrieg arbeitete er als Kriegsmaler; 1902 wurde er Mitgl. der Genossenschaft der bildenden Künstler Wiens (Künstlerhaus).

W.: Rosen im Glas, 1922; Feldblumen, 1923; Stilleben Antiquitäten, 1924; Studierstube, 1926; Dahlien, 1928; Das Dorf, Nö. Landschaft, beide 1934; Bauernstilleben, Stilleben mit Pfirsichen, Im Altwarenladen, alle 1938; Tiroler Kostüme, 1942; Alte Bücher, 1944; usw.
L.: NWT, Völk. Beobachter (Wr. Ausg.), Neuigkeits-Weltbl., Das Kleine Bl., Das Kleine Volksbl., 25. 7. 1943; Fuchs, 19. Jh. (auch für Karl Maria S.); R. Schmidt, Das Wr. Künstlerhaus …, 1951, S. 266, 313; Archiv der Akad. der bildenden Künste, Wien.
(W. Aichelburg)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 11 (Lfg. 54, 1999), S. 391
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