Schwach, Heinrich August (1829-1902), Maler

Schwach Heinrich August, Maler, Restaurator und Kunsterzieher. Geb. Neutitschein, Mähren (Nový Jičín, Tschechien), 19. 9. 1829; gest. Graz (Stmk.), 6. 5. 1902. Sohn des Stadtphysikus Augustin S., Gatte von Caroline S. (s. d.). Nach Absolv. des Gymn. begann er an der Univ. Olmütz das Jusstud., verließ aber bereits 1849 die Univ., um angebl. an der Wr. Akad. der bildenden Künste bei Ferdinand Georg Waldmüller Unterricht zu nehmen. 1853 besuchte er die private Malschule von Karl Rahl (s. d.) und ging anschließend nach Graz, 1856 zu weiteren Stud. nach Düsseldorf, Brüssel und Antwerpen (Schule Dyckmans), wo er bis 1859 blieb und seine künstler. Ausbildung vollendete. Anschließend kehrte er nach Graz zurück und half hier seinem Freund Julius Uetz bei der Ausführung der Deckengemälde im alten Grazer Stadttheater. In der Folge wandte er sich verstärkt dem Stud. der Restaurierung zu. 1865 wurde S. Lehrer für Freihandzeichnen an der Grazer Handelsakad., 1870 zum Lehrer des Historienfaches, 1873 zum Dir. der Landschaftl. Bildergalerie und Zeichnungsakad. ernannt. S., der in seinem Unterricht die Tradition der Nazarener sowie der Historienmalerei vermittelte, zählte u. a. Kainzbauer (s. d.), Franz M. Zerlacher, Pirsch und O’Lynch of Town (beide s. d.) zu seinen Schülern. Bei der Wr. Weltausst. 1873 wurden Arbeiten seiner Schüler mit der Fortschrittsmedaille, bei der Grazer Landesausst. 1880 mit dem Ehrendiplom ausgez.; 1896 Mitgl. der Kunsthist. Ges. Zu seinem Œuvre gehören Schlachtenbilder, Porträts, Genre- und Heiligenbilder – die bedeutendsten Arbeiten sind Bilder in der Waldkapelle am Seggauberg bei Leibnitz und das Porträt des Herrn Benedetti im Rathaus in Graz. In seinen späteren Jahren verlegte er sich hauptsächl. auf die Wiederherstellung alter Gemälde und Wandbilder, so z. B. Fresko der drei Landplagen am Grazer Dom.

W.: Hl. Stephanus, 1870 (Pfarrkirche, Kumberg); Fresken, 1892 (Barmherzigenkirche, Graz); Hl. Michael (Pfarrkirche, Gleinstätten); Seccomalereien (Mariahilfkirche, Graz); usw. Restaurationen in zahlreichen Kirchen der Stmk. u. a. in der Pfarrkirche von St. Marein b. Knittelfeld. – Publ.: Das grosse Wandgemälde an der Südwand der Domkirche zu Graz und seine Restauration, in: Der Kirchenschmuck 2, 1871.
L.: Tagespost (Graz), 7. (Abendausg.) und Grazer Tagbl., 8. 5. 1902; Tagbl. … (Graz), 19. 9. 1929; Bénézit; Thieme–Becker; Wastler; Wurzbach (s. Schwach H.); Der Kirchenschmuck 8, 1877, S. 9, 33, 1902, S. 110f.; U. Tropper, Das Kreative Milieu von Graz um 1900, phil. Diss. Graz, 1994, s. Reg.
(W. Silberbauer)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 11 (Lfg. 54, 1999), S. 410
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