Schwarz-Waldegg, Fritz; eigentl. Schwarz (1889-nach dem 31.7. 1942), Maler

— -Waldegg Fritz, Schwarz-W. (eigentl. Schwarz), Maler. Geb. Wien, 1. 3. 1889; gest. nach 31. 7. 1942. Sohn eines Magistratsbeamten; mos. S. stud. nach Besuch der Unterrealschule und neun Monaten Privatunterricht bei dem Maler David Kohn 1907–11 an der Wr. Akad. der bildenden Künste u. a. bei Griepenkerl und R. Bacher (beide s. d.). 1913 nahm er erstmals an einer Kunstausst. in Wien teil, bereits 1914/15 gestaltete er das Treppenhaus der Techn. Hochschule in Berlin-Charlottenburg aus. Während seines Militärdiensts an der galiz. und italien. Front malte er Porträts von Off. und Gefechtsszenen. S., der Stud.Reisen u. a. nach Paris, Berlin, Prag, Italien und Spanien unternahm, trat 1922 dem Hagenbund bei, wurde 1927 dessen Präs. und war bis 1938 dessen Mitgl.; 1934 erhielt er den Österr. Staatspreis. 1942 wurde S. nach Minsk deportiert. Sein Œuvre umfaßt Porträts, figurale Kompositionen und Landschaften und war in der Anfangsphase durch eine milde Tonigkeit gekennzeichnet. In späteren Jahren wandelten sich Bildaufbau und formale Gestaltung: Hellere Farben und ein abgewandelter Kubismus, Schiele (s. d.) und Oskar Kokoschka nahestehend, prägten sein Werk, ab 1923 zeichneten eine dynam. Pinselführung und intensive Farbgebung seine Arbeiten aus; Ende der 20er Jahre trat eine Beruhigung und Verfestigung des formalen Bildaufbaues ein. S. nahm an zahlreichen in- und ausländ. Ausst. teil, so u. a. in Kopenhagen (1920), Paris (1924), Prag (1927) und Berlin (1928).

W.: Selbstporträt, 1908; Selbsterkenntnis, 1920, Stillleben, 1927 (beide Österr. Galerie, Wien); Türk. Viertel Sarajewo, 1933 (Hist. Mus. der Stadt Wien, Wien); Jüd. Friedhof, 1933; Frauenakt, Mädchen in der Bar, beide 1936; Alte Kahlenbergerstraße; usw.
L.: Czeike; Fuchs, Geburtsjgg.; Thieme–Becker; Vollmer; O. Matulla, F. S.-W. 1889–1942?, Wien 1968 (Kat.); R. Waissenberger, in: Mitt. der Österr. Galerie 16, 1972, S. 81, 122; Der Hagenbund (= 40. Sonderausst. des Hist. Mus. der Stadt Wien), Wien 1975, S. 9, 12, 34; Die uns verließen, Wien 1980, S. 177 (Kat.); (H. Adolph – A. Krapf – R. Schmidt), Kunst in Österr.1918–38, Schloss Halbturn 1984, S. 132f. (Kat.); Die Vertreibung des Geistigen aus Österr., Wien 1985, S. 161f. (Kat.); G. Kerschbaumer – K. Müller, Begnadet für das Schöne (= Beitrr. zu Kulturwiss. und Kulturpolitik 2), (1992), S. 54, 172; Die verlorene Moderne. Der Künstlerbund Hagen 1900–38 (= 172. Wechselausst. der Österr. Galerie), Schloß Halbturn 1993, S. 26, 42, 202ff., 265 (Kat.); Die ungewisse Hoffnung. Österr. Malerei und Graphik zwischen 1918 und 1938, hrsg. von Ch. Bertsch und M. Neuwirth, (1993), s. Reg.
(H. Grimm – G. Wacha)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 55, 2001), S. 11
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