Schwarz, Anton (1868-1942), Baumeister

Schwarz — Anton, Baumeister. Geb. Wien, 4. 8. 1868; gest. ebenda, 16. 10. 1942. Sohn eines Kirchendieners. Nach dem Besuch des Schottengymn. absolv. S. die höhere Staatsgewerbeschule und erhielt 1894 die Konzession als Stadtbaumeister. S., der der „Wiener Bauhütte“ angehörte, war Mitgl. des Gremiums der ständig beeideten gerichtl. Sachverständigen und Schätzmeister und wirkte daneben auch als gerichtl. Sachverständiger für das Automobilwesen, in welcher Eigenschaft er 1910–13 die Instruktions-Automobilfahrten für Richter und Staatsanwälte veranstaltete, denen später die Bildung der Automobilsenate bei den Gerichtshöfen folgte; ebenso wurde er in die Liste der Sachverständigen in Enteignungsfällen für Zwecke der Eisenbahn seitens des Wr. Oberlandesgerichts aufgenommen. S., der die Vereinigung der Bauund Maurermeister im Bez. Mödling gründete, war aber nicht nur im Baugewerbe tätig, sondern fungierte auch im Vorstand der industriellen Bez.Organisation Mödling, als Zensor der Österr. Nationalbank und der Zentralsparkasse der Gmd. Wien und als Schätzmeister der Ersten österr. Spar-Casse. Für seine wirtschaftl. Aktivitäten wurde er 1926 mit dem Titel eines Komm.Rats, 1915 für die Errichtung der Pfarrkirche in Mitterbach (NÖ) mit dem Päpstl. Ehrenkreuz „Pro ecclesia et pontifice“ ausgez.

W.: Handelsgericht, 1906–08 (nach Entwurf von Alfred Keller, Wien I); Bez.Gericht Wien-Innere Stadt (Wien I); Finanzamt (Wien V); zahlreiche Privatbauten; usw.
L.: Völk. Beobachter (Wr. Ausg.), 22. 10. 1942; Jb. der Wr. Ges.; Hdb. der Kommerzialräte Österr., red. von R. Kraft, 1933; Die Kunstdenkmäler Wiens. Die Profanbauten des III., IV. und V. Bez., bearb. von G. Hajós, E. Vancsa und U. Steiner (= Österr. Kunsttopographie 44), (1980), S. 165f., 235; AdR Wien.
(M. Göbl)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 11 (Lfg. 54, 1999), S. 424
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