Schwarz, Josef (1841-1909), Priester und Redakteur

Schwarz — Josef, Priester und Redakteur. Geb. Lasberg (OÖ), 23. 9. 1841; gest. Linz (OÖ), 21. 5. 1909. Sohn des Lasberger Kaufmanns Josef S.; Bruder des Caspar S. und des Priesters Franz Sales S., Neffe des Politikers und Kaufmanns Kaspar und des Sebastian S. (alle s. d.). S. stud. Theol. in Linz und wurde nach der Priesterweihe (1865) Kooperator in Wels. 1868–69 bildete er sich am Frintaneum in Wien weiter, von wo er zur Supplierung der Pastoraltheol. an die Theol. Lehranstalt in Linz zurückgerufen wurde. 1871 w. Prof., ab 1873 für drei Semester auch suppl. Prof. für oriental. Dialekte, 1875–82 Prof. für kursor. Bibellesungen, wurde S. 1892 von Bischof Doppelbauer (s. d.) ins Linzer Domkapitel berufen. S. wurde ein wichtiger Helfer bei den baul. Aktivitäten des Bischofs, u. a. dem Neubau des Knabenseminars „Collegium Petrinum“ (eröffnet 1897), der Erweiterung des Studentenkonvikts „Salesianum“ und des Priesterseminars (beide eröffnet 1900). Ab 1875 Red., 1876–93 Chefred. der „Theologischpraktischen Quartal-Schrift“, verlegte er den Schwerpunkt der Z. auf die vermehrte Behandlung von Pastoralfragen und gewann profilierte Mitarbeiter wie Otto Schmid, Scheicher, Hiptmair und Rohling (alle s. d.); die Zahl der Abonnenten stieg von rund 4.500 (1883) auf 10.000 (1893). S. wurde 1877 geistl. Rat, 1883 Konsistorialrat, 1887 geh. päpstl. Kämmerer und 1903 Off. des Franz-Joseph-Ordens.

W.: Zum gegenwärtigen Jubilaeum ordinarium, in: Theol.-prakt. Quartal-Schrift 28, 1875; Der Hebammen-Unterricht und die Taufe sub conditione, ebenda, 28, 1875; Kath. Hausbücher sind ein wichtiges Pastorationsmittel, ebenda, 30, 1877; Ueber die Auswahl der kath. Hausbücher, ebenda, 32, 1879; Hausbücher für einzelne Altersstufen und Volkskl., ebenda, 32, 1879; Ueber kath. Volkskal., ebenda, 32, 1879; Gute Legenden als Hausbücher, ebenda, 33, 1880; Das „Jejunium naturale“ bei Kranken, ebenda, 39, 1886; usw. – Red.: Theol.-prakt. Quartalschrift 28–46, 1875–93.
L.: Linzer Volksbl., 21.–22., 25. 5. 1909; Krackowizer; P. W. Dannerbauer, 100jähriger General-Schematismus des geistl. Personalstandes der Diöcese Linz … 1, 1887, S. 677; L. Guppenberger, Bibliographie des Clerus der Diöcese Linz … 1875–93, 1893; Korrespondenz des Priester-Gebetsver. „Associatio Perseverantiae Sacerdotalis“ 30, 1909, S. 99f.; G. Russinger, Erster Erg.-Bd. zum Generalschematismus … der Diöcese Linz …, 1916, S. 221; F. Pesendorfer, Das Domkapitel in Linz …, 1929, s. Reg. (mit Bild); W. Goldenits, Das höhere Priesterbildungsinst. für Weltpriester zum hl. Augustin in Wien …, theol. Diss. Wien, 1970, S. 371f.; J. Lenzenweger, in: Theol.-prakt. Quartalschrift 125, 1977, S. 344f.; Der Marianist 31, 1986/87, n. 2f. (mit Bild).
(H. Reitterer)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 11 (Lfg. 54, 1999), S. 440
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