Schwarz, Sebastian (1809-1870), Priester und Ordensstifter

Schwarz, — Sebastian Priester und Ordensstifter. Geb. Lasberg (OÖ), 14. 1. 1809; gest. Vöcklabruck (OÖ), 14. 5. 1870. Sohn des Lasberger Leinenwebermeisters und Zwirnhändlers Franz Sales S. (1777–1818) und der Theresia, Bruder von Franziska und von Kaspar, Onkel der Priester Franz Sales und Josef sowie von Caspar S. (alle s. d.).S. besuchte ab 1823 das Akadem. Gymn. in Linz, ab 1827 das Stiftsgymn. in Kremsmünster und absolv. 1828–1830 in Linz die phil. Jgg. Nach dem Stud. der Theol. in Linz (ab 1830) und der Priesterweihe (1833) war S. als Aushilfspriester 1834–37 in Mauthausen, dann bis 1840 in St. Magdalena (Linz – St. Magdalena). Im selben Jahr Benefiziat in Vöcklabruck (bis 1851), wurde er 1841 Pfarrkurator und trat 1843 in den Dritten Orden der Franziskaner ein. S. erkannte die Notwendigkeit eines sozialen Engagements im Zeitalter der Industrialisierung und eröff. 1842 in Vöcklabruck eine Kleinkinderbewahranstalt. Um den Bestand der zunächst unter zwei weltl. Betreuerinnen stehenden Anstalt zu sichern, übergaber diese 1850 gegen den tw. Widerstand behördl., aber auch kirchl. Kreise der Leitung des Ordens der Schulschwestern in Graz. Im selben Jahr wurde S. Dir. und Beichtvater des neuen Inst. Unter großen persönl. Opfern und dank unermüdl. finanzieller Sammeltätigkeit gelang es ihm, dessen Wirksamkeit ständig zu vergrößern: 1858 wurde – auf Ansuchen des Bankiers Franz Schaup (s. u. Schaup Wilhelm) – eine Filiale in Frankenberg (OÖ) errichtet, 1859 diedortige Mädchenschule übernommen, 1860 eine Filiale in Ried (Ried im Innkreis) gegründet. In diesem Jahr umfaßte das Inst. bereits 21 Schwestern; 1861 wurde es vom bischöfl. Ordinariat als neuer Zweig von Religiosen des Dritten Ordens des Hl. Franziskus anerkannt. Es folgten 1864 die Übernahme einer Kleinkinderbewahranstalt in Ebensee, 1866 die Errichtung einer Filiale in Braunau (Braunau am Inn). Dem starken Aufschwung des Ordens wurde 1929 durch die probeweise, 1937 endgültige päpstl. Approbation mit dem Namen „Arme Schulschwestern vom Dritten Orden des Hl. Franziskus in Vöcklabruck“ Rechnung getragen. Seine Aufgaben umfassen Unterricht und Erziehung der weibl. Jugend, Krankenpflege und Sorge für die Armen. S.’ Mutter, Theresia S., geb. Haslinger (1776–1855), und seine Schwester Franziska S. (1817–1887) gründeten 1853 in Freistadt (OÖ) ein Kloster für die Münchner Schulschwestern De Notre Dame.

L.: Chronolog. Darstellung der Entstehung des Mutterhauses der Schulschwestern vom III. Orden des heil. ser. Vaters Franziskus zu Vöcklabruck, 1884, S. 7ff.; P. W. Dannerbauer, 100jähriger General-Schematismus des geistl. Personalstandes der Diöcese Linz ... 2, 1889, S. 169; K. Meindl, Leben und Wirken des Bischofs F. J. Rudigier von Linz 1–2, 1892, s. Reg.; Sr. M. A. Spak, Die Armen Schulschwestern vom Dritten Orden des Hlg. Franziskus zu Vöcklabruck ..., (1950), S. 5ff. (mit Bild); Dizionario degli inst. di perfezione 8, (1973); A. E.Fürst, Die Konstitutionen der Armen Schulschwestern vom Dritten Orden des Hl. Franziskus in Vöcklabruck ..., theol. Diss. Salzburg, 1979, S. 1ff.
(H. Reitterer)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 55, 2001), S. 4
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