Schwarzenberg, Edmund Fürst zu (Sekundogenitur) (1803-1873), Feldmarschall

—enberg Edmund Fürst zu Schwarzenberg (Sekundogenitur), Offizier. Geb. Wien, 18. 11. 1803; gest. Worlik, Böhmen (Orlík nad Vltavou, Tschechien), 17. 11. 1873. Jüngster Sohn von Karl I. Philipp und Maria Anna, Bruder von Karl II. und Friedrich (alle s. d.). Nach Stud. in Leipzig und am Wr. Polytechnikum trat er 1821 als Kadett in das IR 33 ein, erreichte schon im darauffolgenden Jahr den Rang eines Rtm. im Kürassierrgt. 8, 1832 im Kürassierrgt. 6 den Rang eines Mjr. und 1834 den eines Obstlt. 1836 Obst. im Kürassierrgt. 4, kam er 1844 als GM und Brigadier zuerst nach Linz, 1846 nach Wien und wurde 1847 dem Hofkriegsrat zugeteilt. 1848 am italien. Kriegsschauplatz eingesetzt, rückte S. in Verona ein und übernahm im Juni ein Brigadekmdo., das die Offensivoperationen Radetzkys (s. Radetzky v. Radetz) begleitete. Beim Angriff auf Mailand Anfang August fügte S.s Avantgarde dem Gegner vor der Stadt eine Niederlage zu, wofür S. der Militär-Maria-Theresien-Orden verliehen wurde. Im November 1848 FML, wurde er als Divisionär zuerst nach NÖ, 1849 nach Ungarn versetzt, wo er durch die Erstürmung von Kaál einen wesentl. Beitrag zum Erfolg bei Kápolna (Kál-Kápolna) leistete. Eine Erkrankung hinderte S. daran, das Kmdo. des 3. Armeekorps zu übernehmen. Nach der Reorganisation der Armee wurde ihm das Kmdo. des 7. und 1850 des 14. Armeekorps sowie die Würde eines 2. Inhabers des 2. Dragonerrgt. übertragen. 1853 Geh. Rat, fiel ihm 1854 während des Krimkrieges die Aufgabe zu, mit seinem 4. Korps Galizien zu decken, danach übernahm er 1856 das Kmdo. des 3. Armeekorps in Wien, welches 1859 in die Lombardei verlegt wurde und das im Juni 1859, mit wechselndem Erfolg, an den Kämpfen bei Ponte Vecchio, Magenta und Solferino teilnahm. Bei Kriegsende wurde S. zum Kmdt. des 2. Korps und kommandierenden Gen. von NÖ, OÖ, Sbg. und Stmk. und kurz darauf zum Gen. der Kav. ad honores ernannt. Er erhielt 1860, auf eigene Bitte des Dienstes enthoben, die Stelle eines Kapitänlt. bei der Ersten Arcièrenleibgarde und wurde 1862 Ritter vom Goldenen Vlies. S. lebte fortan in Wien. Ab 1866 in Disponibilität stehend, folgte im März 1867 seine Ernennung zum Hptm. der Arcièrenleibgarde und im Oktober die Beförderung zum FM. 1868 wurde er Inhaber des Dragonerrgt. 10.

L.: Militär-Ztg. 12, 1859, S. 362; N. Fr. Pr., Wr. Ztg., 18. 11. 1873 (beide Abendausg.); ADB; Hirtenfeld; Lukeš; Wurzbach; J. Strack, Die Generale der österr. Armee, 1850, S. 240f.; Streffleur 4, 1863, Bd. 4, S. 387ff.; A. Berger, in: Streffleur 14, 1873, Bd. 4, Gratis-Beilage S. 1ff.; G. Ritter Amon v. Treuenfest, Geschichte des k. u. k. Hußaren-Rgt. Nr. 15 ..., 1894, S. 287ff., 309f.; E. Paskovits, Die Erste Arcièrenleibgarde Seiner Majestät des K. und Kg., 1914, bes. S. 161ff. (mit Bild); Fürst K. zu Schwarzenberg, Geschichte des reichsständ. Hauses S. (= Bibl. familiengeschichtl. Arbeiten 30), 1963, s. Reg.; KA Wien.
(E. Wohlgemuth)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 55, 2001), S. 13f.
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