Schwarzenberg, Felix Prinz zu (Primogenitur) (1867-1946), Generalmajor

—enberg Felix Prinz zu Schwarzenberg (Primogenitur), Offizier. Geb. Libějice, Böhmen (Libějovice, Tschechien), 8. 6. 1867; gest. Gusterheim (Stmk.), 18. 11. 1946. Sohn von Adolf Josef (s. d.), Bruder von Johann II. (s. u. Adolph Fürst zu S.), ab 1897 verehel. mit Anna Prinzessin zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg (geb. Kleinheubach, Bayern/Dtld., 28. 9. 1873; gest. Wien, 27. 6. 1936). Nach Besuch des Schottengymn. in Wien und einem begonnenen Jusstud. in Prag trat S. 1886 seine militär. Laufbahn als Einjährig Freiwilliger im Dragonerrgt. 14 an. 1887 in die Res. übersetzt, ließ er sich 1888 als Lt. aktivieren und absolv. bis 1890 die Brigadeoff. Schule in Altbunzlau (Stará Boleslav) und 1892–94 die Kriegsschule. Nach verschiedenen Verwendungen im Generalstabs- und Truppendienst, u. a. bei der Kav.-Truppendiv. Krakau, ab 1899 als Hptm. beim Kmdo. des 5. Korps und 1904 beim Dragonerrgt. 9, wurde er 1905 zum Mjr. befördert. Er war damals bereits Flügeladj. des Gen.Truppeninsp. Erzhg. Friedrich (s. Friedrich Maria Albrecht) und blieb es auch ab 1907, als dieser das Landwehroberkmdo. übernahm. 1909 Obstlt., wurde S. 1910 dem Ulanenrgt. 11 zugeteilt und übernahm 1911 das Kmdo. des Dragonerrgt. 14, das er, seit 1912 Obst., auch zu Beginn des Ersten Weltkriegs führte. Zunächst an der serb. Front eingesetzt, war S. gleich zu Kriegsbeginn in mehrere Gefechte, u. a. bei Milina, involviert. Im April 1915 zum Kmdt. der 12. Gebirgsbrigade ernannt, wurde S. Ende Mai an die Isonzofront verlegt. Im Juli nahm er u. a. mit seiner Einheit an der Erstürmung des Monte San Michele teil, wurde im August an die Kärntner Front zurückgezogen, wo er, zum GM befördert, die Erfahrungen eines verlustreichen Stellungskrieges machte. Ende April 1916 erneut bei der Frühjahrsoffensive in Südtirol, kam er nach der Brussilow-Offensive mit der 48. Div. von Juli bis November als Interimsdivisionär nach Nordost-Galizien und danach abermals an die Isonzofront, wo er an der 10. und 11. Schlacht (1917) teilnahm. Als Kmdt. der 55. Inf.Div. gelang es S. während der 12. Isonzoschlacht mit großem persönl. Einsatz, den Tagliamento zu überqueren, wofür er die von K. Karl (s. d.) gestiftete, nur zweimal vergebene Goldene Tapferkeitsmedaille für Off. erhielt. Die geplante Offensive scheiterte jedoch an der mehrwöchigen Verzögerung der Einnahme des Monte Asolone. Im Februar 1918 übernahm S. das Kmdo. der Kaiserjäger-Div., das er bis zum Kriegsende führte. Danach befand sich S. bis August 1919 in Kriegsgefangenschaft. Kurz darauf pensioniert, übernahm er die Verwaltung seiner ererbten Herrschaft Gusterheim bei Judenburg und gestaltete diese zu einem Mustergut.

W.: Briefe aus dem Felde 1914–18, in: Schwarzenberg. Jb. 30, 1953 (mit Bildern); Mitarbeit an: Bei Flitsch und am Grappa, 1927.
L.: Ch. Schwarzleitner, in: Militärwiss. und techn. Mitt. 53, 1922, S. 189ff.; A. Krauß, Die Ursache unserer Niederlage, 1923, S. 235f.; Krafft v. Dellmensinge, Der Durchbruch am Isonzo 1–2 (= Schlachten des Weltkrieges 12 a-b), 1926, s. Reg.; Österr.-Ungarns letzter Krieg 1914–18, 1–6, 1930–36; Fürst K. zu Schwarzenberg, Geschichte des reichsständ. Hauses S. (= Bibl. familiengeschichtl. Arbeiten 30), 1963, s. Reg.; Ein General im Zwielicht. Die Erinnerungen E. Glaises v. Horstenau, eingeleitet und hrsg. von P. Broucek, 1 (= Veröff. der Komm. für Neuere Geschichte Österr. 67), 1980, S. 435f.; KA Wien.
(E. Wohlgemuth)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 55, 2001), S. 17
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