Schwer, Hans Arnold (1856-1931), Journalist und Politiker

Schwer Hans Arnold, Journalist und Politiker. Geb. Wien, 18. 5. 1856; gest. ebenda, 19. 7. 1931. S. begann 1884 seine journalist. Laufbahn bei der „Morgenpost“, war dann Red. des „Illustrierten Wiener Volksblatts“ und schließl. des „Deutschen Volksblatts“, in dessen Verband er eine unrühml. Rolle im Ritualmordprozeß von Polna (Polná), 1899, spielte. Als Hrsg. bzw. Eigentümer christlichsozialer Organe wie „Der Volksfreund“, „Mödlinger Bezirksnachrichten“ bzw. „Erste niederösterreichische Zeitung für Stadt und Land“ vertrat S., ein enger Mitstreiter Luegers (s. d.), dessen Politik. 1900–19 war er als Vertreter der christlichsozialen Partei im Wr. Gmd.Rat, 1907–19 im Stadtrat. Im Rahmen seiner Tätigkeit als Kunstreferent der Gmd. Wien initiierte S. u. a. die Schaffung eines röm.Mus. Vindobonense (1900) und trat für die Erbauung eines Stadtmus. auf den Gründen der Schmelz (Wien 15) ein, ein Projekt, das allerdings nicht realisiert wurde; als Obmann des Gmd.Ratsausschusses zur Errichtung eines Archivs für Wr. Musik formulierte er ein „Arbeits-Programm für das Musik-Archiv der Stadt Wien“ (1903), auch veranlaßte er die Hrsg. von Kremsers (s. d.) „Wiener Lieder und Tänze“ sowie der Werke Grillparzers (s. d.). Ab 1924 wirkte S. als Dir. der Blindenversorgungsanstalt in Wien 8.

W.: Sterzl, 1887 (Burleske); Die Wahrheit über die Morde in Polna, 1900; Schmelz – oder Karlsplatz? Die „Lueger-Stadt“, (1910); Rechenschaftsber. ..., 1912; Geschichte des Marktes Poysdorf und seiner Freiwilligen Feuerwehr, 1914; usw. – Nachlaß, WStLA, Wien.
L.: RP, 16. 5. 1915 und 20. 7. 1931; NWT, 20., Neues Wr. Journal, Wr. Neueste Nachrichten, Wr. Ztg., 21., Österr. Gewerbe-Ztg., 25. 7. 1931; Czeike; Verzeichnis der gemeinderätl. Ausschüsse, Komm. ..., 1911; A. Neumann, in: Wr. Geschichtsbll. 8, 1953, S. 95f.; Nachlässe (= Veröff. des WStLA R. A, 3/2), 1988, S. 23f.; Die Macht der Bilder. Antisemit. Vorurteile und Mythen, Wien 1995, S. 139, 261f. (Kat.); WStLA, Wien.
(B. Psarakis)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 55, 2001), S. 49
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