Schwerdtner, Carl Maria (1874-1916), Bildhauer und Medailleur

Schwerdtner Carl Maria, Bildhauer und Medailleur. Geb. Wien, 27. 5. 1874; gest. ebenda, 10. 5. 1916. Sohn von Johann, Bruder von Hugo S. (beide s. d.). Nach Absolv. der Realschule und der Staatsgewerbeschule modellierte und ziselierte S. 1891–93 als Privatschüler von Stefan Schwartz (s. d.), 1892–97 besuchte er an der Wr. Akad. der bildenden Künste die Bildhauerschule bei E. v. Hellmer (s. d.), 1895–97 die Meisterschule bei Kaspar v. Zumbusch. S. unternahm zahlreiche Stud.-Reisen, so u. a. 1891 nach Sizilien, 1893 und 1895 nach Süd- bzw. Nord-Dtld., 1897–98 war er in Rom. Nach seiner Rückkehr arbeitete er für einige Zeit im Atelier von Benk (s. d.), ehe er 1900 erneut nach Dtld., Frankreich, Belgien und London reiste. Nach Wien zurückgekehrt, eröffnete er ein eigenes Atelier, wo er sowohl in Rundplastik als auch in Medaillen tätig war. Sein Œuvre umfaßt lebensgroße Plastiken ebenso wie kleine Medaillen, er arbeitete in Gips, Bronze, Eisen, Stein, Marmor und Ton. Für die Wr. Werkstätte schuf er 1915 die Schraubmedaille, 1915–16 für das Kriegs-Presse-Quartier zahlreiche patriot. Arbeiten. Weitere Reisen führten ihn 1904 nach Norwegen und Schweden, 1907 wieder nach Italien. 1907 Mitgl. der Genossenschaft der bildenden Künstler Wiens (Künstlerhaus) und deren Bildhauer- bzw. Medailleur-Vereinigung.

W.: Porträtmedaillen, u. a. K. Lueger, S. Freud, Ch. Wolter; Bronzeplastiken, u. a. Liegender weibl. Akt, Kavallerist auf Wache, Kg. Ferdinand von Bulgarien; Gipsplastiken u. a. F. Hebbel, Erzhg. Eugen; Th. Theyer, 1895 (Gipsporträt); F. v. Saar (Marmorbüste); V. Prießnitz-Denkmal (gem. mit A. Weber, Wien 18); usw.
L.: Fremden-Bl., RP, 10., N. Fr. Pr., 10. (Abendausg.) und 11. 5. 1916; Czeike; Forrer; Fuchs, Erg.Bd.; Thieme–Becker; Monatsbl. der Numismat. Ges. in Wien 10, 1915/16, S. 135; W. J. Schweiger, Wr. Werkstaette. Kunst und Handwerk 1903–32, 1982, S. 105, 267; Le Arti a Vienna, Venezia 1984, S. 580 (Kat.); WStLA-Künstlerhausarchiv, Wien; Mitt. Bernhard Koch (†), Wien.
(W. Aichelburg)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 55, 2001), S. 51f.
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