Schwer(d)t, Leopold (Ferdinand) (1773-1854), Komponist

Schwer(d)t Leopold (Ferdinand), Komponist. Geb. Waitzendorf (NÖ), 22. 10. 1773; gest. Laibach, Krain (Ljubljana, Slowenien), 2. 10. 1854. Sohn des Waitzendorfer Schullehrers Ferdinand Oberleuthner (gest. 19. 7. 1775), Stiefsohn von dessen Amtsnachfolger Johann Georg Schwer(d)t, der dessen Witwe Franziska, geb. Frey, wenige Monate nach dem Tod ihres Mannes geheiratet hatte. S. kam um 1806 nach Laibach, wirkte 1807–09 als Sänger (Bassist) am Laibacher Dom und leitete 1812–1815 eine private Musikschule. Für 1813 ist er als Veranstalter einer musikal. Akad., 1815 durch eine Auff. seiner Dt. Tänze bezeugt. 1816 bewarb er sich (u. a. auch mit F. Schubert, s. d.) vergebl. um den neu geschaffenen Posten des Musiklehrers an der Normalhauptschule. Er wirkte auch bis 1820 als Organist und Regenschori an der Kirche St. Jakob. Seine weitere Tätigkeit in Laibach ist nur anhand einiger weniger Ereignisse zu verfolgen: Er war Dirigent in der Philharmon. Ges. (1818 Auff. von zwei Nummern aus J. Haydns „Die Jahreszeiten“), 1820 Auff. seines Konzerts für Violoncello und Orchester, 1822 und 1823 seiner Symphonie in Es-Dur. Für 1826 ist er als privater Musiklehrer bezeugt. S. schrieb an die 150 Tonwerke meist kirchl. Charakters, die sich, techn. versiert und gekonnt instrumentalisiert, an der Wr. Klassik, bes. an J. Haydn, orientieren. Er starb im Armenhaus von Laibach.

W. (u. a. im Notenarchiv der Domkirche Sv. Nikolaja, Ljubljana): Messen; Offertorien; Tedeums; Tantum ergos; Requien; Symphonie Es-Dur, Grande Serenade für Orchester (Österr. Nationalbibl., Musiksmlg., Wien) (beide auch auf Schallplatte); Schauspielmusiken zu J. A. Gleich, Der Mohr von Semegonda, 1806, und G. F.Treitschke, Die wandernden Komödianten, 1807; usw.
L.: SBL; F. Keesbacher, Die Philharmon. Ges. in Laibach, 1862, S. 102; V. Steska, in: Cerkveni glasbenik, 1928, S. 113ff., 1929, S. 52; J. Mantuani, in: Stud. zur Musikgeschichte. FS G. Adler, 1930, S. 197; D. Cvetko, Zgodovina glasbene umetnosti na Slovenskem 2, 1959, passim, bes. S. 110, 119, 277ff.; J. Sivec, Opera v Stanovskem gledališču v Ljubljani od 1790–1861, 1971, S. 32f., 66, 187; Leksikon jugoslavenske muzike 2, 1984; Z. Krstulović, Značilnosti kompozicijskega stavka L. F. S.s posebnim ozirom na njegove maše, phil. DA Ljubljana, 1998; Pfarramt Waitzendorf, NÖ; Mitt. Franz Karner, Waitzendorf, NÖ.
(N. Gspan)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 55, 2001), S. 53
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