Schwerzek (Schwerczek), Carl (1848-1918), Bildhauer

Schwerzek (Schwerczek) Carl, Bildhauer. Geb. Friedek/Frýdek/Frydek, Schlesien (Frýdek-Místek, Tschechien), 16. 10. 1848; gest. Wien, 13. 11. 1918. Sohn eines Bildhauers. S. stud. 1867–78 (1871 Gundel-Preis) an der Wr. Akad. der bildenden Künste u. a. bei Kundmann (s. d.) und wurde 1877 für seine Gruppe „Bacchus und Ariadne“ mit dem Reichel-Preis ausgez. Im folgenden Jahr bereiste er, finanziert durch ein Staatsreisestipendium, Italien, wo er in Rom die Statue „Plato“, die für die Wr. Univ. angekauft wurde, modellierte. 1885 profilierte er sich mit der Statue Rudolfs IV., die im Festsaal der Wr. Univ. aufgestellt wurde, sowie später mit Bauplastik und Denkmälern für Wien und Schlesien. Sein Œuvre umfaßt die Mitarbeit an der bauplast. Ausstattung der Hofmus., des Parlaments, der Univ. und des Palais Prinz Eugen (heutiges Finanzmin.) und zahlreiche Denkmäler, wobei seine besten Arbeiten der neobarocken Richtung angehören. 1881 Mitgl. der Genossenschaft der bildenden Künstler Wiens (Künstlerhaus).

W.: Denkmäler: A. Grün, N. Lenau, beide 1891 (beide Wien 1); E. S. Engelsberg, 1897 (Opava); Schubert (Český Těšín); usw.
L.: Czeike; Eisenberg, 1893, Bd. 1; Kosel 1; Thieme–Becker; R. Schmidt, Das Wr. Künstlerhaus ..., 1951, S. 77; G. Kapner, Freiplastik in Wien (= Wr. Schriften, H. 31), 1970, S. 354, 367; M. Pötzl-Malikova, Die Plastik der Ringstrasse (= Die Wr. Ringstrasse 9/2), 1976, S. 10, 20, 147; W. Krause, Die Plastik der Wr. Ringstrasse (= ebenda, 9/3), 1980, s. Reg.; R. Wagner-Rieger – M. Reissberger, Th. v. Hansen (= ebenda, 8/4), 1980, S. 138ff., 158; Biograph. Lex. zur Geschichte der böhm. Länder 3, hrsg. von F. Seibt u. a., 1999; Archiv der Akad. der bildenden Künste, Wien.
(W. Krause)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 55, 2001), S. 53
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