Schwinner, Josef (1875-1932), Politiker und Grundbesitzer

Schwinner Josef, Politiker und Grundbesitzer. Geb. Wien, 23. 10. 1875; gest. Linz (OÖ), 7. 11. 1932. Nach Absolv. des Gymn. und eines Jusstud. an der Univ. Wien (1894–1901) widmete sich S. der Bewirtschaftung seines Besitzes am Jägerberg bei Steyr, wandte sich aber, ab 1909 Abg.zum oö. Landtag, schon bald polit. Aufgaben zu. S., der im Ersten Weltkrieg (zuletzt Hptm. der Res.) mit der Führung der landwirtschaftl. Agenden der Militär- und Zivilverwaltung betraut war, widmete sich auch im Zivilleben Fragen der Landwirtschaft und war bes. bei der Entwicklung des landwirtschaftl. Genossenschaftswesens in OÖ federführend. So war er Begründer und Dir. des Oö. Landwirtschaftl. Verbandes und gründete die Vorläuferorganisationen der Warenhausgenossenschaften; auch die in Enns errichtete Zuckerfabrik geht auf seine Idee zurück. Außerdem war er Präs. der landwirtschaftl. Maschinenfabrik Epple-Buchsbaum in Wels sowie des Länderkuratoriums der Versicherungsanstalt der österr. Bundesländer. 1918 zunächst Mitgl. der prov. Landesversmlg. OÖ, blieb S. bis 1931 Abg. zum oö. Landtag, wo er 1919–25 den wirtschaftspolit. und 1925–27 den Schulausschuß leitete. Als Landesrat (1919–27) und als LHptm.-Stellv. von OÖ (1927–31) war S. in erster Linie für Schulangelegenheiten zuständig (wobei er sich v. a. der akuten Probleme der Lehrerschaft annahm), wirkte aber auch maßgebl. an der Neuregelung der Verfassung und Verwaltung OÖ mit. 1920–25 als Angehöriger der Christlichsozialen Partei Mitgl. des Bundesrates, war er 1922 für einige Monate dessen Vorsitzender. 1931 zog er sich aus gesundheitl. Gründen ins Privatleben zurück.

L.: Linzer Volksbl., 23. 10. 1925, 24. 2. 1927 (mit Bild), 8. 11. 1932 (mit Bild); Tagbl. mit Arbeiter-Ztg. (Linz), 8. 11. 1932; F. Kern, Der oö. Bauern- und Kleinhäuslerbund 1, 1953, S. 567; H. Slapnicka, OÖ zwischen Bürgerkrieg und Anschluß (1927–38) (= Beitrr. zur Zeitgeschichte OÖ 2), 1975, s. Reg.; ders., OÖ – Die polit. Führungsschicht 1918–38 (= Beitrr. zur Zeitgeschichte OÖ 3), 1976, S. 242f.; Biograph. Hdb. der österr. Parlamentarier 1918–98, 1998; UA Wien.
(H. Slapnicka)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 55, 2001), S. 64f.
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