Schwitzer, P. Basilius (Nicodemus) (1832-1894), Historiker

Schwitzer P. Basilius (Nicodemus), OSB, Historiker. Geb. Pens, Tirol (Pennes/Pens, Italien), 6. 1. 1832; gest. Kloster Marienberg, Tirol (Monte Maria/Marienberg, Italien), 14. 2. 1894. S. besuchte das Gymn. in Meran (Merano/Meran) und trat anschließend 1852 in das Benediktinerkloster Marienberg ein. 1855 Profeß, 1856 Priesterweihe in Brixen (Bressanone/Brixen). Nachdem er zunächst im Stift Theol. stud. hatte, belegte er anschließend 1857–58 an der Univ. Innsbruck Geschichte. Ab 1858 wirkte er, zunächst als Hilfslehrer, am Meraner Gymn., wo er nach Ablegung der Lehramtsprüfung aus Geschichte (1863) mit einjähr. Unterbrechung (1873–74) bis 1889 als Prof. die Fächer Deutsch, Geschichte und Geographie unterrichtete. Daneben fungierte er von 1863–69 in Meran als Regens am Knabenkonvikt Rediffianum und sodann am dortigen Benediktinerkonvikt. Nachdem S. zuletzt vier Jahre Ökonom des Meraner Benediktinerkollegs gewesen war, kehrte er 1889 nach Marienberg zurück, wo er als Stiftsarchivar tätig war. S., der sich nahtlos in die Reihe so bedeutender Marienberger Historiker wie Beda Weber oder A. Jäger (s. d.) einreiht, ist v. a. als Editor mittelalterl. Quellen zur Geschichte Tirols hervorgetreten. Bes. sind hierbei zu nennen die „Chronik des Stiftes Marienberg“, 1880, eine profunde Edition der Chronik bzw. des Registers des Goswin von Marienberg aus dem 14. Jh., und die „Urbare des Stiftes Marienberg ...“, 1891, eine Quellensmlg., die für die hist. Erforschung des Vintschgaus von bleibendem Wert ist. Seine darstellenden Werke (einige kleinere Aufsätze und Beitrr.) hingegen bleiben in ihrer Qualität und Wirkung weit hinter S.s Editionen zurück.

W. (auch s. u. bei E. M. Köck): Geschichte des Rediff’schen Konviktes am k. k. Gymn. zu Meran, in: Programm des k. k. Gymn. zu Meran für das Schuljahr 1865–66, 1866; Die Benediktiner-Abtei Marienberg, in: G. Tinkhauser – L. Rapp, Topograph.-hist.-statist. Beschreibung der Diöcese Brixen 5, 1891; Theol. Hauslehranstalt der Benedictinerabtei Marienberg, in: H. Zschokke, Die theol. Stud. und Anstalten der kath. Kirche in Österr., 1894. – Hrsg.: Goswin von Marienberg, Chronik des Stiftes Marienberg (= Tirol. Geschichtsquellen 2), 1880; Urbare der Stifte Marienberg und Münster, Peters von Liebenberg-Hohenwart und Hansens von Annenberg, der Pfarrkirchen von Meran und Sarnthein (= ebenda, 3), 1891; usw.
L.: Neue Tiroler Stimmen, 15., Bote für Tirol und Vbg., 16., Innsbrucker Nachrichten, 16. 2. 1894, Dolomiten, 16. 2. 1994; Scriptores OSB; Programm des k. k. Ober-Gymn. in Meran. Veröff. am Schlusse des Schuljahres 1893–94, 1894, S. 30; E. M. Höck, Tiroler Kleriker als Geschichtsforscher über die Geschichte Tirols (1870–1914), phil. Diss. Innsbruck, 1972, S. 202ff.; O. Parteli, in: Der Schlern 54, 1980, S. 363ff.; Bibliographie der dt.sprachigen Benediktiner 1880–1980, 2 (= Stud. und Mitt. zur Geschichte des Benediktiner-Ordens und seiner Zweige, Erg.Bd. 29/2), 1987, S. 538; O. Parteli, in: 900 Jahre Benediktinerabtei Marienberg 1096–1996, 1996, S. 542ff. (mit Bild); Tiroler Landesmus. Ferdinandeum, Innsbruck, Tirol.
(Ch. Haidacher)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 55, 2001), S. 65f.
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