Scomparini, Eugenio (1845-1913), Maler

Scomparini Eugenio, Maler. Geb. Triest, Illyrien (Trieste, Italien), 1. 9. 1845; gest. ebenda, 17. 3. 1913. Nach einer Ausbildung bei Moscotto (s. d.) stud. S. bis 1871 an der Accad. di Belle Arti in Venedig, u. a. bei Michelangelo Grigoletti und Pompeo Molmenti, wobei bes. letzterer sein Interesse für eine exakt definierte Zeichnung sowie für die vorwiegende Verwendung der Farben Braun und gipsartiges Weiß erweckte. Bereits 1871 stellte er in Triest aus, 1873 auch in Wien. Während eines dreijährigen Aufenthaltes in Rom (ab 1874) kam er mit der Stilrichtung des Kolorismus in Berührung, wobei sich diese Erfahrung sehr gut mit der venezian. Tradition verband, die S. mit Vorliebe an den Werken Tiepolos stud., was zur Folge hatte, daß er bei seiner Rückkehr in seinen Geburtsort 1878 als Erneuerer der Triestiner Malerei angesehen wurde. Mehr noch als vom Kolorismus war er jedoch von Makart (s. d.) beeinflußt. 1887–1911 wirkte er an der Neoistituita Scuola Industriale als Prof. für Malerei und nahm damit eine bestimmende Rolle in der Ausbildung einer neuen Generation von Künstlern ein. Ab 1885 Präs. des Circolo Artistico, 1907 bis zu seinem Tod Mitgl. des Kuratoriums des Civico Mus. Revoltella. S., der sich der für Theater oder Bühne geeigneten Szenenhaftigkeit der Manier Tiepolos bediente sowie der leichten Hand der „Moderne“, bewies aber eine Treue zur genauen Beschreibung des Gesehenen und wurde der bevorzugte Maler für das Triestiner Bürgertum, das in ihm einen Künstler fand, der den Vorstellungen des aufstrebenden Handels jener Stadt entsprach. Für dieses Publikum hatte er mehrere 100 Werke ausgeführt: große mytholog. sowie allegor. Szenen und Skizzen im röm.-antiken Stil oder im Stil des 18. Jh. S. malte aber auch naturgetreue Bilder von Figuren und anekdot. Szenen, Illustrationen für Bücher und Plakate in der Art einer gefühlvollen Malerei in satten Farben mit brillianten Lichteffekten, in formaler Vollkommenheit.

W.: Innenraumgestaltung auf Leinwand oder als Fresko: Teatro Società Filarmonico-Drammatica, 1890 (Fiume/ Rijeka); Teatro di Società, 1897–99 (Gorizia, Fragmente heute im Mus. storico provinciale); Teatro Fenice, 1905 (Venedig, nicht erhalten, Entwurf in den Civici Mus. di Storia ed Arte, Triest); Palazzo Scuglievich, um 1903 (Triest, die auf Leinwand gemalten Bilder heute in der Scopinich von Küstenhort 69 Scudier serb.-orthodoxen Gmd., Entwurf in der Cassa di Risparmio und in den Civici Mus.); Großer Saal der Società Filarmonico-Drammatica, umgewidmet zum Teatro Comunale (Triest, nicht erhalten, Entwurf in den Civici Mus.); Cappella del Frenocomio, 1908 (Triest, Fresken tw. übermalt, Entwurfskizzen im Civico Mus. Revoltella und in den Civici Mus.); usw. – Gemälde: Navigazione, Arte, Industria, 1894, Signora con abito bianco e cane, Paesaggio del Carso, Bild der Ehefrau, Selbstportrait, (alle Civico Mus. Revoltella, Triest); La famiglia Fabricci, Evelina und Piero Sandrini, (beide Civici Mus.); Il Commercio, 1897, L’industria, 1897, L’Edilizia, 1911– 1912 (alle Cassa di Risparmio, Triest); usw.
L.: L’Indipendente, 18. und 29., Il Piccolo, 18. 3. 1913 und 31. 1. 1979; Bénézit; Thieme–Becker; M. Mulitsch, Il pittore S., phil. Diss. Trieste, 1948; A. M. Comanducci, Dizionario illustrato dei pittori, disegnatori e incisori italiani moderni e contemporanei, 1962; F. Firmiani – S. Molesi, Cat. della Galleria d’Arte Moderna del Civico Mus. Revoltella, Trieste 1970, S. 135f. (Kat.); S. Molesi – C. Mosca Riatel, Artisti triestini dei tempi di I. Svevo, Trieste 1979, S. 9, 127 (Kat.); C. H. Martelli, Artisti triestini del Novecento, 1979, S. 181; R. Da Nova, in: Arte nel Friuli Venezia Giulia 1900–50, Pordenone 1982, S. 14f. (Kat.); F. Firmiani – L. Safred, E. S., pittura ed altro da Sedan a Sarajevo, Trieste 1984 (Kat.); F. Firmiani, in: Arte in Friuli, Arte a Trieste (= Studi e ricerche dell’istituto di storia dell’arte, facoltà di lettere e filosofia univ. di Trieste 8), 1985, S. 91ff.; C. H. Martelli, Dizionario degli artisti di Trieste dell’Isontino dell’Istria e della Dalmazia, 1996.
(R. Da Nova)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 55, 2001), S. 68f.
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