Secky, Franz (1895-1950), Maler

Secky Franz, Maler. Geb. Wien, 18. 6. 1895; gest. ebenda, 2. 11. 1950. Sohn eines Schneidermeisters; konfessionslos. S. absolv. das Gymn. in Volders bei Innsbruck, 1912 die Staatsgewerbeschule in Innsbruck, 1912–14 stud. er an der Hochschule für Bildende Künste in Weimar bei Egger-Lienz (s. d.), anschließend unterrichtete er bis 1915 am Gymn. der Benediktiner in Volders. Nach Absolv. des Militärdiensts arbeitete er bis 1919 als Zeichenlehrer in Wien, ehe er im selben Jahr in dem von Emmy Formanek 1914 gegründeten Kriegskinderheim im Wr. Liebhartstal als pädagog. Leiter für schwererziehbare Kinder eine Anstellung fand. Hier fand er einen neuen Aufgabenbereich der Kunst, näml. in einer sozialen Funktion; in Zusammenarbeit mit dem Pädiater E. Lazar (s. d.) entwarf er eine Kunstübung, um Kunst als Heilpädagogik bei benachteiligten, schwierigen oder sozial gefährdeten Kindern einzusetzen. In seinen eigenen Arbeiten, die stark von Schiele, Klimt und Egger-Lienz (alle s. d.) geprägt sind, stellt er die Menschen als von Angst und Einsamkeit gezeichnete Individuen dar. S., bis 1938 Mitgl. der 1919 gegründeten Kunstgemeinschaft im Glaspalast, war 1937–38 Mitgl. des Bunds dt. Maler Österr. und ab 1938 Leiter der neugebildeten Gemeinschaft bildender Künstler. Bedingt durch seine Kriegsverletzungen und die in späteren Jahren fast völlige Erblindung, mußte er nach 1943 seine künstler. Tätigkeit einstellen und begann seine Gedanken, in denen sich seine weltanschaul. Auseinandersetzung mit Sein, Leben und Kunst zeigt, niederzuschreiben.

W.: Sensenmann, 1928; Debiler Knabe, 1929 (Österr. Galerie, Wien); Das alte Weiblein, 1930; Iris, 1931; Mutter, ihr Kind kosend, 1931; Blühender Apfelbaum, 1933; Wilhelminenberg, 1935; Hoffnung, 1935; Der Ängstliche; usw.
L.: Wr. Ztg., 12., AZ, 13. 11. 1978; Fuchs, Geburtsjgg.; G. Kapner, in: morgen 7, 1979, S. 75ff.; ders., in: Wien aktuell 1979, H. 11, S. 18ff. (mit Bild); W. Aichelburg, in: Stud. zur Wr. Geschichte (= Jb. des Ver. für Geschichte der Stadt Wien 51), 1995, S. 33; F. S. 1895–1950, hrsg. von K. Stark, o. J. (mit Bild und tw. W.); MA 61, Pfarramt Fünfhaus, beide Wien; Mitt. Wladimir Aichelburg, Wien.
(Ch. Gruber)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 55, 2001), S. 81
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