Sedlak, Karl (1862-1930), Journalist

Sedlak Karl, Journalist. Geb. Krumau, Böhmen (Český Krumlov, Tschechien), 29. 6. 1862; gest. Wien, 14. 5. 1930. Evang. AB. Nach der Matura in Krumau begann S. ein Stud. an der Univ. Prag, wo er sich im Rahmen der Alemania burschenschaftl. betätigte. Er brach jedoch seine Stud. ab und ergriff die journalist. Laufbahn. 1885 wurde er Mitarbeiter bei der „Deutschen Volkszeitung“ in Reichenberg (Liberec), war dann beim „Obersteirerblatt“ in Bruck an der Mur, bis er von Karl Hermann Wolf zur 1890 gegründeten „Ostdeutschen Rundschau“ nach Wien geholt wurde. S. war mehrmals Hauptschriftleiter bzw. Schriftleiter dieses Bl. (das unter wechselnden Titeln erschien) bzw. bis zu seiner Pensionierung, 1927, von dessen Nachfolgeztg., der ab 1921 erscheinenden „Deutschösterreichischen Tageszeitung“ (DÖTZ), die ab 1926 zum offiziellen Organ der Nationalsozialisten Österr. wurde. Daneben lieferte S. aber auch Beitrr. für andere Bll., wie etwa Julius Patzelts „Deutsche Korrespondenz“. S. betätigte sich im dt.völk. Sinn auch in verschiedenen Ver., wie dem Bund der Dt. in Böhmen bzw. dem Dt. Sprachver. 1918 war S. prov. Gmd.Rat in Wien und Bez.Rat von Wien-Währing.

L.: Dt.österr. Tagesztg., 15., 16., 18. 5. 1930; Kosel 1; Wer ist‘s?, 1908; F. Funder, Vom Gestern ins Heute, (1952), S. 180f.; K. Paupié, Hdb. der österr. Pressegeschichte 1848–1959, 1, 1960, bes. S. 110; Die Wr. Tagesztg. 3, hrsg. von G. Melischek und J. Seethaler, 1992, s. Reg.
(E. Lebensaft – Ch. Mentschl)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 55, 2001), S. 90
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