Sedlitzky, Wenzel Adalbert (1812-1886), Apotheker und Politiker

Sedlitzky Wenzel Adalbert, Apotheker und Politiker. Geb. Stockerau (NÖ), 1. 1. 1812; gest. Wien, 29. 5. 1886. Nach Absolv. von vier Gymn.Kl. und einer Apothekerlehre in Stockerau (freigesprochen 1830) stud. S. an der Univ. Wien Pharmazie (Mag. pharm. 1834). Nachdem S. 1830–38 zunächst als Apothekergehilfe – davon sechs Jahre in Wien – tätig gewesen war, führte er als Pächter 1838–43 die Apotheke zu Stockerau. 1843 übersiedelte S. nach Simmering (NÖ), wo er 1843 die erste Apotheke („Zur Mariahilf“) gründete. 1850 hörte S. an der Univ. Wien Vorlesungen über Chemie bei J. Redtenbacher (s. d.), nahm auch an prakt. Übungen für analyt. Chemie teil und dürfte in späterer Zeit Dr. phil. geworden sein. Nach Aufhebung der Grunduntertänigkeit und Schaffung der polit. Gmd. wurde S. 1850 erster Bgm. von Simmering. Schon 1852 legte er sein Mandat wie auch die Apothekenbefugnis in Simmering zurück und übernahm die Apotheke „Zum Weißen Hirschen“ auf dem Schottenfeld (Wien), die er bis 1874 führte. Seit 1865 gehörte er dem Gremialausschuß der Apotheker an und betreute die Mineraliensmlg. und das Herbarium des Gremiums. 1861–84 war S. als Angehöriger der Mittelpartei Mitgl. des Wr. Gmd.Rats, wo er sich in der Wasserversorgungskomm. Verdienste erwarb. 1885 Ritter des Franz-Joseph-Ordens.

L.: Wr. Ztg., 1. 6. 1886; Czeike; Pharmaceut. Post 18, 1886, S. 395; Geschichte der Wr. Apotheken, bearb. von L. Hochberger und J. Noggler (= Geschichte der Apotheken und des Apothekerwesens in Wien von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart 2), 1919, s. Reg.; G. M. Hahnkamper, Der Wr. Gmd.Rat zwischen 1861 und 1864, phil. Diss. Wien, 1973, S. 546; B. Fiala, Die Tätigkeit des Wr. Gmd.Rats in den Jahren 1879–83, phil. Diss. Wien, 1974, S. 295; A. Meixner, Der Wr. Gmd.Rat 1864– 68, phil. Diss. Wien, 1975, S. 399, 546f.; F. Czeike, in: Wr. Geschichtsbll. 34, 1979, S. IX; H. Havelka, in: Simmeringer Mus.Bll. 44, 1993, S. 362ff., auch in: Österr. Apotheker-Ztg. 47, 1993, S. 1012f.; UA, WStLA, beide Wien.
(K. Fischer)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 55, 2001), S. 91f.
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