Seemann von Treuenwart, Albin (1840-1912), Militärjurist

Seemann von Treuenwart Albin, Militärjurist. Geb. Lemberg, Galizien (L’viv, Ukraine), 23. 4. 1840; gest. Wien, 13. 9. 1912. Sohn des 1854 in den Ritterstand erhobenen Gen.Auditors Wenzel Franz (geb. Tužitz, Böhmen / Tužice, Tschechien, 13. 4. 1795; gest. Wien, 1. 3. 1885), Bruder von Karl Ottokar (s. u.) und Johanna S. v. T. (s. d.); röm.-kath., ab 1874 evang. HB. Stud. ab 1858 Jus an der Univ. Wien und trat nach Ablegung der rechtshist. und judiziellen Staatsprüfungen (1860, 1862) 1862 als Auditoratspraktikant beim Militärappellationsgericht in die Armee ein, legte 1864 die Militärrichteramtsprüfung, 1883 jene für den höheren Militärjustizdienst ab und wurde 1864 Oblt.-, 1870 Hptm.-, 1884 Mjr.-, 1891 Obstlt.-, 1895 Obst.-, 1899 Gen.Auditor; 1901 i. R. Ab 1864 verschiedenen Garnisonsauditoriaten und Rgt. zugeteilt, kam S. 1874 nach Wien in das Reichskriegsmin., 1876 zum Garnisons-, 1878 zum Brigadegericht, nach neuerl. Verwendung im Rgt.Dienst 1884 in die 4. Abt. des Reichskriegsmin., 1891 als Justizreferent zum 2. Korps, 1895 als Referent zum Militärobergericht, wo er 1899 zum Kanzleidir. (Senatspräs.) aufrückte, aber noch im selben Jahr def. die Leitung der 4. Abt. des Reichskriegsmin., der er schon 1897 einige Monate stellv. vorgestanden war, übernahm. Während des Feldzuges 1866 als Rgt.Adjunkt hervorgetreten, wirkte er neben seinen eigentl. Aufgaben auch als Pädagoge, unterrichtete an der Art.Kadettenschule, nahm 1889–96 als Lehrer der Auditoriatspraktikanten maßgebl. Einfluß auf das Niveau dieses Berufszweiges und fand 1890 Anerkennung durch Verleihung des Ritterkreuzes, 1901 des Komturkreuzes des Franz-Joseph-Ordens mit dem Stern, 1899 des Ordens der Eisernen Krone III. Kl. Sein Bruder Karl Ottokar S. v. T. (geb. Linz, OÖ, 14. 7. 1837; gest. Wien, 26. 3. 1925) diente nach Absolv. der Marineakad. in Triest (Trieste) ab 1854 als Seekadett in der österr.-ung. Kriegsmarine, rückte kontinuierl. zum Konteradmiral auf und trat 1897 als Vizeadmiral i. R. Schon 1859 als Kmdt. zweier Piroguen eingesetzt, tat er sich 1864 beim Seegefecht bei Helgoland und 1866 in der Seeschlacht bei Lissa (Vis) hervor, machte 1875–82 in der Präsidialkanzlei der Marinesektion des Reichskriegsmin. Dienst, lehrte 1884/85 Seetaktik und Seerecht an der Marineakad. und fungierte zugleich als Vizekmdt. dieser Anstalt, der er 1886–95 als Kmdt. vorstand, worauf er das Kmdo. einer Escadre übernahm. S. erhielt in Anerkennung seiner Verdienste u. a. 1866 den Orden der Eisernen Krone III. Kl. mit der Kriegsdekoration, 1892 das Ritterkreuz, 1895 das Komturkreuz des Franz-Joseph-Ordens und 1910 das Kommandeurkreuz des Leopold-Ordens.

L.: Wr. Ztg., 16. (Abendausg.), N. Fr. Pr., 16. (Nachmittagsausg.) und 17., NWT, 17 9. 1912; Vedette, 18. 9. 1912; A. Thiel, Das k. u. k. Militär-Obergericht ... 1803–1903, 1903, S. 4f., 82, 86 (auch für Wenzel S. v. T.); Illustriertes Österr.-Ung. Ehrenbuch. Almanach der Mitgl.des k.-österr. Franz-Joseph-Ordens, (1909) (auch für Karl S. v. T.); AVA, KA, beide Wien (auch für Karl und Wenzel S. v. T.).
(F. Hillbrand-Grill)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 55, 2001), S. 106
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