Seemann von Treuenwart, Johanna (1849-1944), Pianistin und Musikpädagogin

Seemann von Treuenwart Johanna, Pianistin und Musikpädagogin. Geb. Wien, 16. 5. 1849; gest. ebenda, 1. 2. 1944. Tochter von Wenzel Franz, Schwester von Albin (s. d.) und Karl Ottokar S. v. T. (s. u. Albin S. v. T.). Sie stud. Klavier bei Epstein (s. d.) und erfuhr vielfältige musikal. Förderung durch Brahms, Billroth (beide s. d.) und Josef Hellmesberger d. Ä. S.s öff. Auftreten fällt in die Jahre 1875–87. Neben ihrer Mitwirkung in Konzerten in Wien, Graz, Salzburg und Prag veranstaltete sie ihre beliebten Kammermusik-Soiréen im Wr. Bösendorfersaal sowie unter der Leitung von Hellmesberger Konzerte mit Orchester im Kleinen Musikver.Saal. Bes. ließ sie sich die Auff. der Klavierwerke von Mozart und Brahms angelegen sein, 1881 spielte sie – als Novität in Wien – Edvard Griegs Klavierkonzert in a-Moll. Nach ihrer Vermählung mit Adolf Frh. Merkl v. Reinsee, dem Sohn des Gen.Dir. der österr. Tabakregie, Jakob Frh. M. v. R. (s. d.), im Jahre 1887 wirkte sie noch über 20 Jahre als gesuchte Klavierpädagogin in Wien.

L.: Österr. Musiker-Ztg., 1. 9. 1875; Dt. Ztg., 8. 1. 1881; A. v. Ehrmann, J. Brahms, 1933, s. Reg.; M. Menczigar, J. Epstein 1, phil. Diss. Wien, 1957, S. 80f.; Billroth im Briefwechsel mit Brahms, hrsg. von A. Greyther, 1964, S. 99; F. Hosch-Merkl, Erinnerungen an die Pianistin J. v. S. und an ihre Lehrer J. Epstein und J. Hellmesberger, 1975 (mit Bildern und Konzertprogrammen); AVA, Wien.
(A. Hosch-Merkl)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 55, 2001), S. 106f.
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