Ségur-Cabanac, August Franz Marzellus (Auguste-François Marcel) Gf. von (Comte de) (1771-1847), Hofbeamter und Generalmajor

Ségur-Cabanac August Franz Marzellus Gf. von (Auguste-François Marcel Comte de S.-C.), Hofbeamter und Offizier. Geb. Schloß Leschères bei Joinville (Dép. Haute-Marne, Frankreich), 12. 1. 1771; gest. Wien, 7. 12. 1847. Urgroßvater von August und Viktor S.-C. (beide s. d.). Einer der ältesten gräfl. Familien Frankreichs entstammend, wurde er Stammvater der österr. Linie. In der Kadettenschule von Brienne Mitschüler von Napoleon Bonaparte, mußte er angesichts der Franz. Revolution 1791 ins Exil und gelangte auf Umwegen über Preußen und Belgien durch Vermittlung Thaddaeus v. Reischachs, Gesandter des Wr. Hofes im Haag, in österr. Dienste. 1797 Unterlt., 1798 Oberlt., 1801 Kapitänlt. 1796 bei Neresheim (Dtld.) und 1799 bei Taufers (Tures/Taufers) verwundet, wurde er 1802 Adjutant des FML Charles Joseph Fürsten de Ligne. Während der Napoleon. Kriege nahm S. als Mjr. und Kmdt. des 3. Landwehrbaons. des Brünner Kreises an der Schlacht bei Wagram 1809 teil, erwarb dabei das Ritterkreuz des Leopold-Ordens und erhielt 1811 den Herrenstand des Kg.Reiches Böhmen verliehen. 1816 wurde er Dienstkämmerer bei Kronprinz Ferdinand (s. Ferdinand I.), bei dessen Thronbesteigung zum Vorsteher der Inneren Kammer ernannt und erhielt das Kommandeurkreuz des Leopold-Ordens. Er zählte zu den engsten Vertrauten des K. 1830 Verleihung des Indigenats des Kg.Reiches Ungarn, 1836 w. Geh. Rat und im selben Jahr Vorrückung zum Obst.und Kapitänlt. der Trabantenleibgarde, 1844 Beförderung zum Gen.Mjr. Wegen seiner Verdienste erhielt er zahlreiche Ausz. S. verf. literar. Arbeiten, darunter stimmungsvolle lyr. Ged. Ab 1800 war S. mit Franziska, Freiin v. Jungwirth (geb. Wien, 12. 1. 1772; gest. Pullitz, Mähren / Police, Tschechien, 8. 10. 1857), verehel.

W.: Journal du Comte A. F. M. de S.-C. ..., hrsg. von V. v. Ségur-Cabanac, 1910; usw.
L.: Oesterr. Beobachter, 9. 12. 1847; Die Presse, 15./16. 7. 1989 (mit Bild); Gothaisches Genealog. Taschenbuch der Gräfl. Häuser 114, 1941; V. v. Ségur-Cabanac, Histoire de la Maison de Ségur dès son origine 876, 1908, S. 181ff., 237ff.; ders., Bibliographie des gräfl. Hauses Ségur, 1911; G. Martin, Histoire et Généal. de la Maison de Ségur, 1991, S. 155f., 215; KA, Wien; Schloßarchiv St. Peter in der Au, NÖ.
(M. Martischnig)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 55, 2001), S. 112
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