Seifert, Alfred (1850-1901), Maler

Seifert Alfred, Maler. Geb. Praskoles, Böhmen (Praskolesy, Tschechien), 6. 9. 1850; gest. München, Bayern (Dtld.), 4. 2. 1901; röm.-kath. Sohn eines Notars. Bereits in jungen Jahren von seinem Vater künstler.gefördert, stud. S. nach Absolv. des Untergymn. für ein Jahr in Prag bei Kirnig (s. d.), ab 1870 an der Münchner Akad. der Bildenden Künste u. a. bei Alexander Wagner und Wilhelm v. Lindenschmit. In seinen Bildern behandelte er vorerst Themen von Shakespeare und Goethe u. a. „Oberon und Titania“, „Ophelia“, „Spaziergang vor dem Tore“, wechselte aber aus kommerziellen Gründen in der Folge zu der Darstellung von Frauenköpfen und romant. gestimmten Genrebildern. S., der in seinem Œuvre den Versuch unternahm, sein Ideal der Schönheit der weibl. Jugend zu realisieren, gehörte zum Umkreis der Münchner Schule und war Mitgl. zahlreicher Kunstver., so u. a. des böhm. Kunstver. Umělecká beseda, des Münchner Kunstver., der Münchner Künstlergenossenschaft und der Allg. dt. Künstlergenossenschaft.

W.: Philippine Welser, 1884; Mephisto und Schüler; Schnitterfest; Frühlingsahnen; Ölstud., Skizzenbücher, Briefe (Künstlergenossenschaft München); etc.
L.: Bénézit; DBE; Egerländer Biograf. Lex.; Otto; Thieme–Becker; Toman; Das geistige Dtld. am Ende des 19. Jh. 1, 1898; F. v. Boetticher, Malerwerke des 19. Jh. 2/2, 1898 (mit W.); Archiv der Akad. der Bildenden Künste, Stadtarchiv München, beide München, Dtld.; Mitt. Jana Brabencová, Praha, Tschechien.
(R. Hemmerle)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 56, 2002), S. 135f.
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