Seilern und Aspang, Karl Maximilian Gf. (1825-1905), Politiker und Landwirt

Seilern und Aspang Karl Maximilian Gf., Politiker und Landwirt. Geb. Přilep, Mähren (Přílepy, Tschechien), 26. 2. 1825; gest. Kalksburg, NÖ (Wien), 20. 10. 1905; röm.-kath. Sohn von Gf. Joseph August S. und A. und Marie Leopoldine, geb. Gfn. Zichy; ab 1849 verehel. mit Maria Aloisia geb. Gfn. v. Hardegg. S. und A. verließ als Oblt. die Armee, um sich bei der Verwaltung seiner ausgedehnten Herrschaften in Mähren als Landwirt und Pflanzenchemiker zu betätigen. Krit. erforschte er traditionelle Methoden und verglich eigene prakt.-landwirtschaftl. Erfahrungen mit theoret. Erkenntnissen auf physikal.-chem. und physiolog. Gebiet und publ. mehrfach seine Ergebnisse, wobei als bedeutendste Veröff. 1865 in München „Die Pflanzenernährungslehre mit Einschluß der Dünger- und Ersatzlehre. Für Landwirthe und landwirthschaftliche Lehranstalten“ erschien. Für das rationelle Verfahren in seinen Betrieben erhielt er 1874 die Justus-von-Liebig-Medaille der Bayer. Akad. der Wiss. Dem mähr. Landtag gehörte S. in der 1. Periode 1861–66 als Abg. des Großgrundbesitzes an, ab 1881 war er Mitgl. des Herrenhauses im österr. Reichsrat. Seit 1864 k. k. Kämmerer und ab 1883 Geh. Rat war S. eine Reihe von Jahren in bes. Vertrauensstellung bei Erzhg. Franz Ferdinand (s. d.). Er betätigte sich auch literar.

L.: NFP, 21. 10. 1905 (Abendausg.); Biograph. Jb. 10, 1907, Sp. 251; Hahn, 1885, 1891; Wurzbach; H. Heller, Mährens Männer der Gegenwart 1, 1885; Leopoldina 41, 1905, S. 101; WStLA, Wien.
(M. Martischnig)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 56, 2002), S. 140
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