Seipka, Adolf d. Ä. (1854-1934), Militärintendant

Seipka Adolf d. Ä., Militärintendant. Geb. Marschendorf, Böhmen (Svoboda nad Úpou – Maršov, Tschechien), 8. 6. 1854; gest. Wien, 6. 10. 1934. Sohn eines Steuereinnehmers, Vater von Adolf S. d. J. (s. u.). S. stud. nach Absolv. der Oberrealschule in Leitmeritz (Litoměřice) 1872–74 Bauwesen, 1887–89 technolog. Spezialfächer an der Techn. Hochschule in Wien, wo er 1883 auch einen Kurs an der Versuchsanstalt für Lederind. besuchte. 1873 trat er in die Armee ein, absolv. 1874/75 die Einjährig-Freiwilligenschule und wechselte – 1875 Lt. der Res. – 1879 in den aktiven Militärdienst beim Geniergt. 2 über. 1879 Oblt., wurde er nach Absolv. des Intendanzkurses (1881–83) 1886 Unterintendant und kam 1892 zum techn. und administrativen Militär-Komitee. 1894 Intendant und 1902 Oberintendant 2. Kl., wurde er 1906 in die 13. Abt. des Reichskriegsmin. versetzt, die er (1907 Oberintendant 1. Kl.) ab 1908 leitete. 1911 Gen.intendant, trat 1916 i. d. R. S. galt als ausgewiesener Fachmann auf dem Gebiet des Militärbekleidungsund -ausrüstungswesen, der Heeresverwaltung, war aber auch auf dem Ausbildungssektor erfolgreich. So unterrichtete er 1889–97 Nahrungsmittellehre am Verpflegsverwalterkurs, vertrat bereits 1896 das Intendanzwesen bei der „allruss“-Ausst. in Nischnij Nowgorod und wirkte ab 1905 auch bei der Schulung der Off. der Montursverwaltungsbranche mit. Neben anderen Ausz. erhielt er 1911 den Orden der Eisernen Krone III. Kl. Der älteste seiner drei Söhne, Adolf S. d. J. (geb. Wien, 17. 2. 1887; gest. ebd., 3. 12. 1965), stud. 1905–09 Jus an der Univ. Wien und war im Bankbzw. Versicherungswesen tätig. Im Ersten Weltkrieg bei der Art. in Siebenbürgen und am Isonzo eingesetzt. 1934 nahm er auf Seiten des Wr. Heimatschutzes an den Kampfhandlungen in Wien teil.

L. (tw. auch für A. S. d. J.): NFP, 7. 10., Österr. Wehrztg., 9. 11. 1934; Duschnitz–Hoffmann, Intendanz, S. 9f. (mit Bild); Illustriertes Österr.-ung. Ehrenbuch. Almanach der Mitgl. des k. österr. Franz-Joseph-Ordens, 1909; Ehrenbuch des österr. Verdienstordens, 1936, S. 286 (mit Bild); Archiv der Techn. Univ., KA, UA, alle Wien.
(F. Hillbrand-Grill)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 56, 2002), S. 144
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