Seka, Reinhard (1898-1946), Chemiker

Seka Reinhard, Chemiker. Geb. Neutitschein, Mähren (Nový Jičín, Tschechien), 5. 8. 1898; gest. Graz (Stmk.), 5. 11. 1946; röm.-kath. Sohn eines Juristen. Nach Absolv. des Gymn. in Brünn (Brno) wurde S. 1916–18 an die russ. und italien. Front einberufen. Ab 1918 stud. er Chemie an der Univ. Wien. 1921 Dr. phil. und ao. Ass. am dortigen 2. Chem. Inst. unter Ernst Späth. 1922–24 stud. S. Med. an der Univ. Wien; 1926 Priv.Doz. für organ. Chemie an der Univ. Wien. Als sein Lehrer Ernst Philippi 1926 einen Ruf an die Univ. Innsbruck annahm, bewarb sich S. vergebl. um dessen ao. Lehrstuhl für organ. und pharmazeut. Chemie an der Univ. Graz. 1928 folgte er einem Ruf als ao. Prof. und Vorstand des Inst. für organ. Chemie und organ.-chem. Technol. an der Techn. Hochschule in Graz; 1935 o. Prof., 1931–34, 1938–42 und 1945 Dekan der Fak. für Techn. Chemie. S.s wiss. Arbeiten lassen sich in drei Bereiche gliedern: Zum einen verf. er unter Anleitung von Philippi und Späth Publ. über Mellithsäure und Pyromellithsäure sowie über die Kondensation von Pyromellithsäureanhydrid mit p-Xylol, Tetralin etc. Zum anderen befaßte er sich mit Indol- und Carbazol-Derivaten, Ethyl- und Ethylentetracarbonsäureestern sowie mit Synthesen bicykl. Systeme der Furan-, Pyrrol- und Thiophen-Reihen mittels Ringschlußreaktionen. Schließl. stellte S. Verbindungen höchster Reinheitsstufe her, die das unter der Leitung von Karl Wilhelm Friedrich Kohlrausch stehende Physikal. Inst. der Techn. Hochschule Graz für die Untersuchung der Ramanspektren benötigte. S. war ein beliebter Hochschullehrer, der seine Vorlesungen stets auf dem letzten wiss. Stand hielt und den prakt. Unterricht im Labor förderte. W. (auch s. u. bei Poggendorff; Die Schriften der math.- nat. Kl.): Zur Kenntnis substituierte Indol-Derivate, in:Berr. der Dt. Chem. Ges. 56–57, 1923–24; Zur Kenntnis des Äsculins, ebd. 64, 1931 (gem. mit P. Kallir); Alkaloide, in: Hdb. der biolog. Arbeitsmethoden, ed. E. Abderhalden, Abt. 1, Tl. 11, 1936, H. 1–2; Stud. zum Raman-Effekt, in: Z. für physikal. Chemie 38, Abt. B, 1938 (gem. mit K. W. F. Kohlrausch); Anlagerungsreaktionen, in: Hdb. der Katalyse, ed. G. M. Schwab, 7/2, 1943, 2; etc.

L.: Kürschner, Gel.Kal., 1928/29–40/41; Poggendorff 6–7a (mit W.); G. Jantsch, in: Österr. Chemiker-Ztg. 48, 1947, S. 176; A. Wacek, in: Die Techn. Hochschule in Graz. FS zur 150. Wiederkehr des Gründungstages, 1961, S. 118; Die Schriften der math.-nat. Kl., 1926–70, 2, 1975, S. 374f. (mit W.); H. Wittmann – E. Ziegler, Die Entwicklung der chem. Wiss. an der Univ. Graz 1850–1982 (= Publ. aus dem Archiv der Univ. Graz 16), 1985, S. 22; A. Kernbauer, Das Fach Chemie an der Phil. Fak. der Univ. Graz (= ebd. 17), 1985, S. 607; AVA, UA, beide Wien; UA, Graz, Stmk.
(A. Kernbauer)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 56, 2002), S. 148
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