Semsey de Semse, Gustav (1838-1909), Marineoffizier

Semsey de Semse Gustav, Marineoffizier. Geb. Leutschau/Lőcse, Ungarn (Levoča, Slowakei), 14. 5. 1838; gest. Wien, 17. 3. 1909. Aus altem ung. Adelsgeschlecht, Sohn eines Off. S. absolv. nach dem Gymn. die Marine-Akad. in Triest und wurde 1855 zum Marine-Corps-Kadetten ernannt. 1857–59 nahm er an der Weltumsegelung der Fregatte „Novara“ teil, 1858 Fregatten-Fähnrich, 1860 Linienschiffsfähnrich. Es folgten zahlreiche weitere Einschiffungen, darunter auch auf der Korvette „Dandolo“, die sich 1866 in mexikan. Gewässern befand; im selben Jahr Linienschiffslt.; 1869 wurde S. für zwei Jahre als Adj. zum Seebez.kmdo. in Triest überstellt. Während der folgenden zehn Jahre wechselten sich Einschiffungen und Landkmdo., letztere meist bei techn. Etablissements, ab. Nach der Beförderung zum Korvettenkapitän 1879 übernahm er für kurze Zeit das Kmdo. des Dampfers „Pola“, war 1880 dem Seearsenalskmdo. zugeteilt und fungierte danach für mehr als ein Jahr als Eskadre-Stabschef auf der Fregatte „Laudon“. Nach weiterer Zuteilung zum Seearsenalskmdo.leitete er 1882–85 die 2. Abt. der Marinesektion; 1884 Fregattenkapitän, übernahm er 1885 kurzfristig das Kmdo. des Torpedoschiffes „Lussin“, um noch im Laufe des selben Jahres als Kmdt. die Korvette „Frundsberg“ auf eine Missionsreise in ostind. Gewässer zu führen. Nach der Rückkehr 1886 folgten Landverwendungen beim Seebez.kmdo. Triest und im selben Jahr die Beförderung zum Linienschiffskapitän, 1888 kommandierte er die k. Jacht „Greif“ mit dem Kronprinzenpaar an Bord. S., vielfach dekoriert, war ab 1889 wieder beim Seebez.kmdo. Triest in Verwendung und übernahm noch im selben Jahr die Leitung des dortigen Marine-Zentralarchivs; 1893 als Konteradmiral ad honores i. d. R. versetzt.

L.: FB, 19., NFP, WZ, 19., 20. 3. 1909; W. Wagner, Die obersten Behörden der k. u. k. Kriegsmarine (= MÖSTA, Erg.bd. 6), 1961, S. 141; A. Schmidt-Brentano, Die österr. Admirale 1, 1997, S. 461ff.; KA, Wien.
(P. Jung)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 56, 2002), S. 171
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