Senhofer, Karl (1841-1904), Chemiker und Pharmakologe

Senhofer Karl, Chemiker und Pharmakologe. Geb. Griesbruck, Tirol (Gries/Griesbruck, Italien), 29. 9. 1841; gest. Innsbruck (Tirol), 17. 10. 1904. Sohn eines Berg- und Hüttenverwalters. Nach Absolv.des Gymn. in Innsbruck 1862 verbrachte S.vier Jahre als Aspirant der Pharmazie in Innsbruck, Brixen (Bressanone) und Klausen (Chiusa). Ab 1866 stud. er Pharmazie und Chemie an der Univ. Innsbruck; 1868 Mag. pharm., 1869 Dr. phil. aufgrund einer Abh. über die Sulfoxybenzoesäure, die in den Sbb. der Akad. der Wiss. in Wien veröff. wurde. 1870 Ass. am chem. Inst. der Univ. Innsbruck, 1872 Priv.Doz und 1874 unbesoldeter ao. Prof. für allg. Chemie an der Univ. Innsbruck. Er hielt v. a. Vorlesungen für Pharmazeuten und leitete deren chem. Übungen. 1874–1902 hatte er den Lehrstuhl für Chemie an der phil. Fak. der Univ. Innsbruck inne. 1876 ao. Prof. für angewandte und med. Chemie an der med. Fak. der Univ. Innsbruck, ein Semester später o. Prof. für allg. und pharmazeut. Chemie an der phil. Fak. dieser Univ. 1878–79 sowie 1889–90 war S. Dekan der phil. Fak., 1892–93 Rektor der Univ. Innsbruck, 1897–98 stellv. Prüfer für Chemie bei den Physikatsprüfungen für Ärzte. 1902 trat er i. d. R. S. erwarb er sich Verdienste um die Einrichtung des 1900 eröffneten neuen chem. Inst. S.s. wiss. Interesse galt den aromat. Verbindungen im Bereich der organ. Chemie sowie dem Gebiet der Sulfosäuren. Gem. mit seinem Schüler und Nachfolger Carl Brunner entwickelte er ein Verfahren zur Einführung von Carboxylgruppen in Phenole und aromat. Säuren (Senhofer-Brunnersche-Synthese). S. war ab 1883 k. M. der Akad. der Wiss. in Wien, auswärtiges Mitgl. der dt. chem. Ges. in Berlin und ab 1896 Mitgl. der Prüfungskomm. für die pharmazeut. Vorprüfungen.

W.: Über directe Einführung von Carboxylgruppen in Phenole und aromat. Säuren, 1879 (gem. mit C. Brunner).
L.: WZ, 19. 10. 1904; DBE; Dt. Apotheker-Biographie; Poggendorff 3; Hundert Jahre med. Fak. Innsbruck 1869–1969, ed. F. Huter (= Veröff. der Univ. Innsbruck 17 = Forschungen zur Innsbrucker Univ.geschichte 7/2), 2, 1969, S. 237f.; G. Machek, in: Die Fächer Mathematik, Physik und Chemie an der Phil. Fak. zu Innsbruck bis 1945, ed. F. Huter (= Veröff. der Univ. Innsbruck 66 = Forschungen zur Innsbrucker Univ.geschichte 10), 1971, S. 184ff.; UA, Innsbruck, Tirol.
(D. Angetter)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 56, 2002), S. 176
<=  S. 1 =>
<=  S. 1 =>