Šerko, Alfred d. J. (1910-1948), Speläologe

Šerko Alfred d. J., Speläologe. Geb. München, Bayern (Dtld.), 17. 2. 1910; gest. bei Raša (Istrien), Jugoslawien (Kroatien), 7. 9. 1948. Sohn von Alfred Š. d. Ä. (s. d.). Nach Absolv. des Gymn. stud. Š. ab 1928 Med. in Laibach (Ljubljana), Innsbruck und Graz, wo er 1934 zum Dr. med. prom. Anschließend erfolgte seine einjährige Spitalspraxis in Laibach. 1935 wurde Š. als Mitgl. der verbotenen Kommunist. Partei in Mitrowitz (Sremska Mitrovica) inhaftiert. Ab 1936 stud. er Geographie und Geol. in Laibach; 1940 Sponsion. Die Arbeit an seiner Diss. mußte er aufgrund des Zweiten Weltkriegs unterbrechen. 1942–43 war Š. in italien. Konzentrationslagern interniert, nach der Kapitulation Italiens schloß er sich den italien. Partisanen an, nahm an der jugoslaw. Kriegsmission in Rom teil und wurde letztl. Militärarzt in Zadar. 1945 in Postojna demobilisiert, arbeitete er dort mit dem slowen. Forstinst. für Hydrol. des Karstes zusammen. Er wurde zunächst wiss. Referent und Verwalter der Adelsberger Grotte, 1947 Leiter des neugegründeten Inst. für Karstforschung der Slowen. Akad. der Wiss. und Künste. Seinen Antritt als Vortragender über die Geographie des Karstes an der Univ. Ljubljana im Herbst 1948 verhinderte sein plötzl. Tod (Blitzschlag). Bereits als Gymnasiast war Š. Mitgl. des Ver. zur Höhlenerforschung Sloweniens und wurde 1938 als dessen Sekr. zu einer wichtigen Leitfigur. In diesem Jahr beendete er den ersten Höhlenkataster in Slowenien, in dem er ca. 750 Höhlen beschrieb und mit Skizzen versah. Darüber hinaus publ. er in Fachz., v. a. in „Geografski vestnik“, u. a. über die slowen. Karstlandschaft. Seine Artikel wurden z. Tl. ins Dt., Italien. und Französ. übers. Ihm zu Ehren wurden Räume in den Höhlen Najdena jama (Šerkova štirna) und Gradišnica (Šerkov rov)benannt.

W.: s. u. bei SBL.
L.: PSBL; SBL (mit W.); A. Melik, in: Geografski vestnik 20–21, 1948/1949, S. 339ff. (mit Bild); A. Kranjc, in: Naše jame 18, 1976, S. 3ff. (mit Bild); Enc. Slovenije 13, 1999.
(N. Gspan)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 56, 2002), S. 188
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