Seutter von Loetzen (Lötzen), Rüdiger (1873-1940), Offizier und Gutsverwalter

Seutter von Loetzen (Lötzen) Rüdiger, Offizier und Gutsverwalter. Geb. Perchtoldsdorf (NÖ), 27. 4. 1873; gest. Graz (Stmk.), 18. 3. 1940; evang. AB. Sohn von Carl Friedrich, Neffe von Eduard (beide s. d.), Bruder von Johann Konrad (s. u.) und Hermann S. v. L. (s. u. Carl Friedrich S. v. L.), ab 1905 verehel. mit Marchesa Anna Maria Adelaida Tacoli (1876–1961).1891 Einjährig-Freiwilliger, war S. in der Folge verschiedenen Husaren-Rgt. zugeteilt. 1893–95 absolv. er als Lt. die Brig.- Off.schule in Preßburg (Bratislava), gelangte nach einer Fechtlehrer-Ausbildung in Wr. Neustadt (1896) 1897 zum Husaren-Rgt. 13, 1898 Oblt. 1900/01 absolv. er den Kav.telegraphenkurs in Tulln, 1904 die Korpsoff.schule in Budapest, 1905 die Armeeschießschule. 1907 wurde S. beurlaubt und schied aus gesundheitl. Gründen aus dem aktiven Dienst aus. Er arbeitete vorerst auf landwirtschaftl. Besitzungen seines Vaters und von Verwandten, erwarb dann die Trautenburg bei Leutschach und engagierte sich in der Folge in einer Reihe wirtschaftl. Organisationen in der Stmk.: So war er Mitgl. der Landwirtschaftl. Ges. in Stmk.sowie Obmann von deren Filiale in Leutschach, Obmann der Bez.sparkassa Arnfels, deren Umsatz er mehr als verdoppelte, Präs.des Aufsichtsrats der Steiermärk. Agrarbank etc. Im August 1914 meldete sich S., der 1908 mit Titel und Charakter eines Rtm. i. d. R. getreten war, als Kriegsfreiwilliger. Als Ordonnanzoff. des Militärkmdt.in Graz war er dort mit allen Rot-Kreuz-Angelegenheiten befaßt, bes. auch mit Kriegsgefangenen- und Flüchtlingslagern. 1914/15 befand sich S. an der nordöstl. Front, 1915 leistete er als Rtm. Kurierdienst am südwestl. Kriegsschauplatz; 1916 beim Armeeoberkmdo., danach in der Kanzlei-Dion. und als Ordonnanzoff. von FML Kanik (s. d.). Ab August 1916 zur persönl. Verfügung von FM Conrad v. Hötzendorf (s. d.) abgestellt, begleitete er diesen, mit dem ihn auch ein freundschaftl. Verhältnis verband, ab März 1917 als Personaladj. „auf Kriegsdauer“. Im Oktober 1918 wurde S. zur Ersten Arcièrenleibgarde überstellt und dort zum Rtm. der Garde ernannt und im November bei der Bewachung von Schönbrunn und der Hofburg eingesetzt; 1919 i. R. Ab 1920 lebte S. verarmt in Graz (die Trautenburg war 1916 aus wirtschaftl. Gründen verkauft worden). 1931–38 war er geschäftsführendes Ausschußmitgl. der Landesgruppe Stmk. der Vereinigung kath. Edelleute in Österr. Sein Bruder Johann Konrad S. v. L. (geb. Wien, 2. 9. 1864; gest. Zell am See, Sbg., 11. 7. 1907; evang. AB) stud. Jus an den Univ. Wien (1883–86)und Prag, wo er 1888 zum Dr. jur. prom. wurde. Anschließend als Praktikant im nö. Statthaltereidienst in Wien, wurde er 1892 Statthalterei-Konz. und war als solcher in Wien, Tulln und Korneuburg in Verwendung; in letzterer Stadt wurde er Bez.koär. Hierauf versetzte man ihn nach Czernowitz (Černivci), wo er als Bez.hptm. bei der bukowin. Landesregierung und als Vorstand des Präsidialbüros tätig war. Ab 1902 Präsidialsekr. bei der Sbg. Landesregierung, 1906 Bez.hptm. des Bez. Zell am See.

L.: FM (F.) Conrad (v. Hötzendorf), Aus meiner Dienstzeit 1906–18, 4, 1923, S. 241; Jb. der Vereinigung kath. Edelleute in Österr. 1ff., 1928ff.; E. Feigl, Kn. Zita. Von Österr. nach Österr., (1982), S. 396ff. (Erinnerungen S.s aus 1918); L. Sondhaus, F. Conrad v. Hötzendorf. Architect of the Apocalypse, 2000, s. Reg.; AdR, KA, beide Wien; Mitt. Sibylle Hauser-Seutter, Wien. – Johann Konrad S. v. L.: Sbg. Chronik, 11., 13., Sbg. Volksbl. 11. 13. 7. 1907; Mitt. der Ges. für Sbg. Landeskde. 47, 1907, S. 410f.; J. Lahnsteiner, Unterpinzgau, 1980, S. 26; Sbg. LA, Salzburg, Sbg.; Mitt. Sibylle Hauser-Seutter, Wien.
(M. Martischnig – R. Rill)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 56, 2002), S. 201f.
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