Seyfarth, Gustaw (um 1840-1923), Buchhändler und Verleger

Seyfarth Gustaw, Buchhändler und Verleger. Geb. um 1840; gest. Lwów, Polen (L’viv, Ukraine), 26. 3. 1923. Sohn eines Landwirts, der sich, aus Sachsen kommend, in Kamionka Strumiłowa (Kam’janka-Buz’ka) bei Lemberg (L’viv) ansiedelte. Nach dessen Tod übersiedelte die Familie nach Lemberg, wo S. bei dem armen. Erzbischof Romaszkan (s. d.), dessen Verwandte Maria Romaszkanówna er später ehel., Aufnahme und finanzielle Unterstützung fand; in der Folge ermöglichte ihm dieser einen Aufenthalt in Paris. Nach seiner Rückkehr absolv. S. eine Buchhändlerlehre bei Jan Milikowski in Lemberg, 1867–68 war er in der Musikabt. der Buchhandlung von Mieczysław Leitgeber in Posen (Poznań) beschäftigt. Noch 1868 eröffnete er gem. mit Damian Czajkowski, der das nötige Kapital lieferte, in Lemberg eine Sortiment- und Verlagsbuchhandlung unter dem Namen Seyfarth und Czajkowski, die sich auf die Hrsg. von Lehrbüchern und Noten (ein Tl. davon unter dem Sammeltitel „Édition Seyfarth“) spezialisierte und mit Buchhandlungen in Krakau, Warschau, Paris, Leipzig und Wien kooperierte. An sein Geschäft angeschlossen war auch eine Buch- und Notenentlehnung sowie ein Lager mit Klavieren, Pianinos und Physharmonikas. S. bildete zahlreiche bekannte Buchhändler, wie Walerian Hillenbrand, Mendel Fenichel und Ludwik Gerstman, aus. 1892 mußte er sich aus gesundheitl. Gründen aus dem Geschäftsleben zurückziehen, die Fa. bestand aber unter dem selben Namen weiter; 1910 übergab S. die Buchhandlung, die bis zum Zweiten Weltkrieg weiterbestand, seinem Schwiegersohn Józef Georgeon.

L.: PSB; S. F. Reczyński, in: Rocznik naukowo-literackoartystyczny (encyklopedyczny) na rok 1905, red.W. Okręt, 1905, S. XII; Przegląd Księgarski 9, 1923, S. 86; M. Opałek, Bibliopole lwowscy, 1928, S. 70ff.; L. Fiszer, Wspomnienia starego księgarza, 1959, S. 153, 158; Słownik Pracowników książki polskiej, red. I. Treichel, 1972; St. Dippel, O księgarzach którzy przeminęli, 1976, S. 31, 88.
(A. Gruca)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 56, 2002), S. 208
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