Sigmund, Alois (1853-1943), Mineraloge und Gymnasiallehrer

Sigmund Alois, Mineraloge und Gymnasiallehrer. Geb. Bruck an der Mur (Stmk.), 20. 12. 1853; gest. Graz (Stmk.), 31. 1. 1943. – Sohn eines Hauptschullehrers. Nach Absolv. des Gymn. in Graz stud. S. ab 1872 Naturwiss., Physik und Mathematik an der Univ. Graz, wobei er sich bes. für die Fächer Mineral. bei Doelter und Geol. bei Karl Ferdinand Peters (beide s. d.) interessierte; 1878 Lehramtsprüfung. I. d. F. war S. bis 1894 als Gymn.lehrer in Graz, Troppau (Opava), Landskron (Lanškroun) und Prag (Smichow, Neustadt) tätig sowie ab 1896 in Wien 17, arbeitete aber auch in der mineralog. Abt. des NÖ Landesmus. Ab 1909 i. R., wurde S. Kustos der mineralog. Abt. des Joanneums in Graz, 1919 deren Vorstand. 1917 Dr. phil. an der Univ. Graz. S. befaßte sich mit der Erforschung von Vulkangesteinen Südböhmens bzw. der Südoststmk., mit der Mineraltopographie von NÖ, ab 1909 bes. mit jener der Stmk. Im Rahmen seiner Tätigkeit führten ihn 1901–15 mineralog. Sammel- und Stud.reisen nach Frankreich, Dtld., Italien, Böhmen sowie in die Schweiz. 1920–30 bemühte er sich um die Ergänzung der Smlg. des Joanneums durch synthet. Edelsteine sowie Rohstoffe, Halb- und Endprodukte steir. Industriebetriebe, zu denen er gute Kontakte durch techn.-mineralog. Beratung hatte. Ab 1929 hielt er auch Radiovorträge aus seinem Fachgebiet. Seine Bearb. der 2. Aufl. von „Die Minerale Niederösterreichs“ erschien 1937.

W.: s. u. Meixner.
L.: Kürschner, Gel.Kal., 1931; Poggendorff 4, 6; H. Meixner, in: Neues Jb. für Mineral., Geol. und Paläontol., Monatshe., Abt. A, 1944, S. 7ff. (m. W. und B.); E. Krajicek, in: FS 150 Jahre Joanneum 1811–1961, red. B. Sutter (= Joannea 2), 1969, S. 65ff.; D. A. Binder, Das Joanneum in Graz. Lehranstalt und Bildungsstätte … (= Publ. aus dem Archiv der Univ. Graz 12), 1983, S. 183, 227.
(B. Moser)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 57, 2004), S. 254
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