Silber, Philipp (1876-1942), Komponist und Jurist

Silber Philipp, Komponist und Jurist. Geb. Czernowitz, Bukowina (Černivci, Ukraine), 17. 7. 1876; gest. Izbica, Generalgouvernement (Polen), 14. 6. 1942 (Deportationsdatum, 1969 mit diesem für tot erklärt); mos. – Sohn eines Geschäftsreisenden. S. stud. 1896–1900 an der Univ. Wien Jus; 1903 Dr. jur. In Wien betrieb er auch Musikstud. bei Alexander v. Zemlinsky, Carl Lafite und Richard Heuberger (beide s. d.). Ab 1903 Mitgl. der Ges. der Autoren, Komponisten und Musikverleger in Wien (jetzt: Austro Mechana), bekleidete er ab 1908 verschiedene Ämter in deren jurid. Organen. Als Mitgl. ihres Schiedsgerichts war S. 1913 einer der Begründer des Österr. Komponisten-Clubs (jetzt:Österr. Komponistenbund). Er selbst wurde zum 2. Vizepräs. gewählt, ein Amt, das er wahrscheinl. bis zum März 1916 innehatte (sein Nachfolger war Franz Lehár, s. d.). 1918 wurde er vermutl. Leiter des Rechtsschutzbüros der Österr. Autorenges., später Gen.sekr. der Ges. der Konzertdirigenten, Kapellmeister und Chorleiter in Wien. S.komponierte Tanzmusik, Märsche und Lieder, die tw. auch im Druck erschienen sind, und eine Oper „Der fahrende Geselle“. Seine Operetten „Der Weiberfeind“, „Unterm Stephansturm“ und „Der keusche Joseph“ wurden in Wien (1898, 1906, 1912), „Die Paradiesvögel“ (nach einem Libretto der renommierten Autoren Alfred Maria Willner und Julius Wilhelm) in München (1908) uraufgef.

L.: Müller; Pazdírek; F. Stieger, Opernlex. 2/3, 1978; H. Krones, in: FS anläßl. des 80jährigen Bestandes des Österr. Komponistenbundes, 1993, S. 21ff.; N. Rubey – P. Schoenwald, Venedig in Wien, 1996, S. 164; M. Löwy, Der österr. Komponistenbund, phil. Diss. Wien, 1999, S. 5, 82; UA Wien, WStLA, beide Wien; Mitt. Austro Mechana, Wien.
(Ch. Fastl)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 57, 2004), S. 259
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