Šimáček, František; Ps. Vojtěch Bělák (1834-1885), Journalist und Verleger

Šimáček František, Ps. Vojtěch Bělák, Journalist und Verleger. Geb. Elbekosteletz, Böhmen (Kostelec nad Labem, Tschechien), 2. 12. 1834; gest. Prag, Böhmen (Praha, Tschechien), 5. 5. 1885. – Š. stud. am Prager Polytechnikum und an der Lehrerbildungsanstalt in Prag. Ab 1854 veröff. er Beitrr. in der Ztg. „Pražské noviny“ und in der Z. „Zlaté klasy“, ab 1857 gab er unter seinem Ps. die Z. „Posel z Prahy“ heraus. 1861 trat er in die Red. des „Národní listy“ ein, wechselte unter dem Einfluß von F. Palacký und F. L. Rieger (beide s. d.) jedoch im Oktober 1864 zur Konkurrenzztg. „Národ“, die aber 1866 eingestellt wurde. Schon 1863 hatte er „Posel z Prahy“ nunmehr als WS reaktiviert, die 1869 kurze Zeit unter dem Titel „Občan“ erschien. In den 60er Jahren mehrmals aus polit. Gründen inhaftiert, konnte Š. die daraus resultierenden finanziellen Verluste nur unter größten Schwierigkeiten bewältigen, u. a. auch mit Hilfe seiner Frau Ludmila, die ein Nähmaschinengeschäft eröffnete. Mandate im böhm. LT (1872/73) sowie im RR (1873) nahm er nicht aktiv wahr. Polit. versuchte Š., der stets für eine Förderung der wirtschaftl. Entwicklung der Tschechen eintrat und u. a. die Errichtung von Sparkassen propagierte, einen Mittelweg zwischen Alt- und Jungtschechen zu finden, etwa durch Überlegungen zur Bildung einer dritten Partei. 1879 wandelte er seine WS in die Tagesztg. „České noviny“ um, stellte diese aber 1883 ein, um die Hrsg. der Illustrierten „Světozor“ zu übernehmen. In seinem 1871 gegr. Verlag erschienen v. a. umfangreiche wiss. Arbeiten, aber auch literar. Werke und, inspiriert durch seine Gattin, die Editionsreihe „Libuše“, in der belehrende und unterhaltende Frauenlektüre publ. wurde.

W.: Zákon o svépomocných spolcích, 1873; etc.
L.: Národní listy, 6. 5. 1885; Hahn, 1873; Lex. böhm. Länder; Lišková; Otto; A. Srb, F. Š. (= Matice lidu 45/3), 1910.
(J. Pokorný)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 57, 2004), S. 271f.
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