Šimerka (Schimerka), Václav (Wenzel) (1819-1887), Mathematiker und Theologe

Šimerka (Schimerka) Václav (Wenzel), Mathematiker und Theologe. Geb. Hochwessely, Böhmen (Vysoké Veselí, Tschechien), 20. 12. 1819; gest. Praskačka, Böhmen (Tschechien), 26. 12. 1887; röm.-kath. – Sohn eines Böttchers. S. stud. Phil. in Prag und Theol. in Königgrätz (Hradec Králové), wo er 1845 die Priesterweihe erhielt. Kurze Zeit Kaplan in Žlunitz (Žlunice), gab er dieses Amt nach Zerwürfnissen mit dem dortigen Pfarrer auf, erwarb 1852 die Lehrbefugnis für Mathematik und kehrte nach Prag zurück, um hier bei F. A. Petřina (s. d.) Physik zu stud. 1852–62 suppl. er Mathematik und Tschech. am Gymn. in Budweis (České Budĕjovice). Da er keine feste Anstellung erhielt, gab er den Lehrberuf auf und übersiedelte 1866 nach Jenschowitz (Jenišovice) bei Hohenmauth (Vysoké Mýto), wo er bis 1886 als Pfarrer wirkte. Bekanntheit erreichte er v. a. als Mathematiker, dessen Abhh. von der Kgl. Böhm. und der Wr. Akad. der Wiss. hrsg.wurden. In diesen beschäftigte sich Š. mit der Theorie der Zahlen, der Lehre von den quadrat. Zahlenformen sowie den Grundlagen der Differentialrechnung. Sein bedeutendstes Werk bildete ein Algebra-Lehrbuch für Mittelschulen, das in drei Aufl. erschien. Ebenso befaßte er sich mit phil. Fragen und veröff. als Anhänger Johann Friedrich Herbarts 1881 die Schrift „Síla přesvědčení. Pokus v duchovní mechanice“.

Die Perioden der quadrat. Zahlformen bei negativen Determinanten, 1858; Die Lösung zweier Arten von Gleichungen, 1859; Příspěvky k neurčité analytice, 1862; Přídavek k algebře, 1864; Algebra čili počtářství obecné pro vyšší gymn., 2. Aufl. 1868; etc.
L.: Lex. böhm. Länder; Otto; Poggendorff 3, 4; Rieger; Wurzbach; Časopis pro pěstování mathematiky a fysiky 17, 1888, S. 253ff., 43, 1914, S. 482ff., 55, 1926, S. 352; B. Vavroušek – A. Novák, Literární atlas československý 2, 1938; Dějiny exaktních věd v českých zemích, ed. L. Nový, 1961, S. 140, 156, 227, 236, 244, 413; Slovník českých filozofů, 1998.
(M. Makariusová)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 57, 2004), S. 276
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