Simon, Sigismund (Zsigmond, Anton/Antal) von (1814-1891), Abt

Simon Sigismund (Zsigmond) von (Anton/Antal), OSB, Abt. Geb. Ödenburg, Ungarn (Sopron, Ungarn), 3. 2. 1814; gest. Tihany (Ungarn), 13. 3. 1891. – Sohn des Vizegespans des Kom. Ödenburg, Ladislaus (László) v. S. 1829 trat. S. in die Benediktiner-Erzabtei Martinsberg (Pannonhalma) ein. Nach Profeß (1835) und Priesterweihe (1837) wirkte er als Kathedralprediger in der Abtei, 1838–42 als Prof. am Obergymn. der Benediktiner in Raab (Győr), dann bis 1850 als Religionsprof. an der dortigen Rechtsakad. 1851–56 Dir. des Raaber Obergymn., wurde er 1856 zum Prior von Martinsberg gewählt, in welcher Eigenschaft er i. d. F. die sämtl. Angelegenheiten des Ordens in Ungarn umfassenden Agenden des 1861 erkrankten Erzabtes (seit 1842) Michael v. Rimely (geb. 1793) versah. Nach dessen Tod im März 1865 übernahm S. bis zur Wahl des neuen Erzabtes Kruesz (s. d.) die Leitung des Ordens und wurde Ende desselben Jahres Abt der Martinsberger Filialabtei Tihany am Plattensee. Es gelang ihm, deren Verschuldung (sie war 14 Jahre ohne Leitung geblieben) zu beheben und ihre Einkünfte zu steigern, sodaß er große Geldmittel für die Instandsetzung der Abtei und die Renovierung ihrer Kirche, für weitere Kirchen- und Schulbauten, bes. aber für den Ausbau von Füred (Balatonfüred) zu einem Seebad ersten Ranges aufwenden konnte.

W.: s. u. Scriptores OSB; Sörös, Pannonhalma; Szinnyei.
L.: Pester Lloyd, 15., Preßburger Ztg. (A.), 16. 3. 1891; Scriptores OSB; Szinnyei; Stud. und Mitth. aus dem Benedictiner- und dem Cistercienser-Orden … 12, 1891, S. 466f.; H. Mangold, Der Kurort Füred am Plattensee, 5. Aufl. 1892, S. 69f.; A. Németh, in: Századok 37, 1903, S. 377f; P. Sörös, A Tihany apátság története (= A Pannonhalmi Szent-Benedek-Rend története 11), 1911, s. Reg. (m. B.); ders., A Pannonhalma Főapátság története (= ebd. 6a – 6b), 1916, s. Reg.
(H. Reitterer – E. Tomasi)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 57, 2004), S. 280f.
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