Šimonek von Mlaďatov, Josef (1862-1934), Industriebetriebsleiter, Großgrundbesitzer und Politiker

Šimonek von Mlaďatov Josef, Industriebetriebsleiter, Großgrundbesitzer und Politiker. Geb. Stranka, Böhmen (Stránka, Tschechien), 26. 3. 1862; gest. Lobeč, Tschechoslowakei (Tschechien), 18. 4. 1934; böhm. Brüdergemeinschaft. – Aus bäuerl. Familie. Nach Absolv. der Handelsakad. in Prag war Š. ab 1883 bei der Vertretung der Škoda-Werke in Kiew beschäftigt, wurde 1885 zum Hauptsitz der Fa. nach Pilsen (Plzeň) versetzt und machte i. d. F. eine steile Karriere: 1891 Prokurist, 1908 Betriebsleiter, ab 1913 auch Stellv. des Generaldir. in Wien. 1918 i. R., wurde er zum Mitgl. des Exekutivkomitees des Verwaltungsrats der Škoda-Werke gewählt, an dessen Spitze er von 1919 bis zu seinem Tod stand. Daneben bekleidete Š. führende Wirtschaftsfunktionen in der Maschinenind., etwa bei der Ung. Kanonenfabriks AG, Győr, sowie im Bankwesen, u. a. ab 1919 als Präs. der Landwirtschaftl. Kreditbank für Böhmen, für deren Fusion mit der Böhm. Ind.bank er sich einsetzte. In der Tschechoslowak. Landwirtschaftsakad., deren Mitgl. er ab 1924 war, war er Vors. der Landwirtschafts- und Ind.abt. Er war daneben auch Mitgl. des Verwaltungsrats der Berg- und Hüttenwerksges. und des Verwaltungsrats der Čechoslovak. Luftverkehrs AG. 1925 und 1929 wurde Š. als Senator in die Nationalversmlg. der Tschechoslowak. Republik entsandt. Ab 1913 besaß er den Großgrundbesitz Lobes (Lobeč) und erwarb i. d. F. noch eine Reihe weiterer Herrschaften und Schlösser. Š., der noch 1918 mit dem Prädikat Edler v. Mlaďatov nob. wurde, zählte v. a. durch sein Wirken bei den Škoda-Werken, aber auch in anderen Ind.- unternehmen zu den einflußreichsten Führungspersonen der österr.-ung., aber auch der tschechslowak. Maschinenbauind.

L.: Lex. böhm. Länder; Compass 47ff., 1916ff. (Personenbde.); Věstník Československé akad. zemědělské 8, 1932, S. 445f., 10, 1934, S. 366f., 518f.; A. Fessen, Der österr. Wirtschaftsadel von 1909–18, phil. Diss. Wien, 1974; L. Skala, Malý slovník biografií, 3, 1990; Československý biografický slovník, 1992; V. Slobodzian, Lobeč, historie a současnost, 1998, S. 8ff.; J. Tomeš u. a., Český biografický slovník XX. století 3, 1999; AVA, Wien.
(J. Brabencová)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 57, 2004), S. 281f.
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