Simonetti, Giovanni (Ivan) (1817-1880), Maler und Restaurator

Simonetti Giovanni (Ivan), Maler und Restaurator. Geb. Fiume (Rijeka, Kroatien), 22. 12. 1817; gest. Venedig (Venezia, Italien), 7. 11. 1880. – Nach Absolv. des Gymn. in seiner Heimatstadt stud. S. 1833–41 mittels Stipendium an der Accad. di Belle Arti in Venedig u. a. bei Politi (s. d.) und erhielt zahlreiche Ausz. 1841 für kurze Zeit in Fiume, ging er 1842 nach Florenz, 1843 nach Rom, hielt sich 1843–44 neuerl. in Fiume auf und kehrte dann erneut nach Rom zurück. 1850 übersiedelte er nach Venedig, wo er ein Atelier besaß, hielt sich i. d. F. aber auch immer wieder in Triest und Fiume auf. Berühmt wurde S. durch seine Porträts (Öl und Aquarell) und bes. durch Porträtminiaturen, mit denen er seinen größten künstler. Erfolg erzielte. S., der anfängl. im Stil des Klassizismus, später des Biedermeier und Romantizismus malte, stand im Kolorit unter dem Einfluß von Tizians Werken. In seinen oft einfach wirkenden Porträts (z. B. Mädchen mit grauem Schal, Fürstin Giovanelli) betont er v. a. die Lippen sowie die in Gedanken versunken erscheinenden Augen seiner Modelle, teils hochrangige Persönlichkeiten. 1842–50 umfaßt sein Œuvre hauptsächl. geschichtl. Themen und Genreszenen, später auch sakrale Themen, Kirchen- und Altarmalerei. 1847–50 entstanden einige seiner wertvollsten Werke, so u. a. Mädchen mit Maske, Selbstporträt und Porträt von Enrico Fisher. Ab 1865 fungierte S. auch als künstler. Berater seines Mäzens, Bischof Josip Juraj Strossmayer und beriet diesen bei Ankäufen für dessen Gemäldegalerie. Gem. mit Karas (s. d.) zählt S. zu den wichtigsten Vertretern der kroat. Malerei in der Mitte des 19. Jh.

W.: K. Ferdinand I., 1841, I. Scarpa, 1866 (beide Pomorski i povijesni muz. Hrvatskog primorja, Rijeka); Mädchen Giustini, 1843, Mädchen mit rotem Schal, 1847–50, Frau Simonetti, 1847–50 (alle Muz. moderne i suvremene umjetnosti, Rijeka); Mariä Himmelfahrt, 1852 (Kathedrale des Hl. Vitus, Rijeka); 3 Porträts von Bischof J. J. Strossmayer, um 1870; Kreuzigung (Mus. Diecezanski, Rijeka); etc.
L.: Enc. Jug. (m. B.); B. Vižintin, in: Riječka revija, 1952, Nr. 2; ders., in: Bulletin JAZU 4–5, (1954); ders.; I. S., 1965; ders., Umjetnička Rijeka 19. stoljeća slikarstvo – kiparstvo (= Bibl. Fluminensia 4), 1993, s. Reg., bes. S. 33ff., 38 (m. B.); The Dictionary of Art 28, 1996;Enc. Hrvatske Umjetnosti 2, 1996 (m. B.); Hrvatski Leksikon 2, 1997.
(D. Glavočić)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 12 (Lfg. 57, 2004), S. 282
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